Monsanto, US61166W1018

PARIS - "Alles richtig gemacht", könnte man die neue Bayer-Studie der Investmentbank Exane BNP Paribas zusammenfassen.

25.09.2017 - 15:10:24

ANALYSE: Exane BNP voller Zuversicht bei Bayer-Aktie. Der Leverkusener Pharmakonzern biete Investoren nach der angestrebten Verschmelzung mit dem US-Konzern Monsanto die seltene Möglichkeit, auch vom Saatgutgeschäft zu profitieren, schrieb Analystin Luisa Hector am Montag. Dabei sieht die Expertin beide Bereiche vor einem Aufschwung. Die Aktie sei nicht nur historisch sondern auch im Branchenvergleich attraktiv bewertet.

Im Pharmabereich erreiche die Profitabilität der zwei Bayer-Blockbuster Xarelto und Eylea ihren Höhepunkt. Mit dem so eingenommenen Geld könne der Konzern einen Teil des Milliarden-Deals mit Monsanto stemmen, mit dem Bayer auf Platz Eins im weltweiten Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäft klettern könnte.

Hector zufolge dürften hieraus jede Menge Synergie- und Skaleneffekte entspringen. In einem weitgehend stabilen Markt erwartet die Analystin daher steigende Umsätze und bessere operative Ergebnisse. Kurzfristig dürfte sich vor allem China als Wachstumstreiber erweisen, da das Land mehr Saatgut importiert als exportiert. Die Übernahme des Schweizer Konzerns Syngenta durch das staatliche Chemieunternehmen ChemChina mache das Land wiederum auch zu einem der größten Player im weltweiten Saatgutgeschäft und somit zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten.

Wichtigste Aufgabe werde für Bayer indes die Image-Pflege bei den Kunden sein. Denn ein guter Ruf sei wertvoller als Geld, wie die Expertin schreibt. An den Investoren sei das Image-Problem von Monsanto jedenfalls nicht vorbeigegangen. Zu oft habe es Diskussionen um genverändertes Saatgut gegeben, seien Fragen um die Monopolstellung des Konzerns aufgeworfen worden oder habe es andere Beschuldigungen gegeben, wie bei der jüngsten US-Pflanzenkrise, für die das Herbizid Dicamba aus dem Hause Monsato verantwortlich gemacht wird.

Demgegenüber könne Bayer eine lange Firmengeschichte in den USA vorweisen (sogar noch länger als die von Monsanto), in der sich das Unternehmen einen guten Ruf erarbeitet habe. Zusammen mit einem erweiterten Saatgut-Portfolio müsse sich der Konzern diesen nun auch zunutze machen.

Problematisch könne es laut Hector werden, wenn die Zustimmungen der Kartellbehörden für die Übernahme noch länger auf sich warten lassen. Hier erinnert die Analystin an die Übernahmefrist, welche am 14. Juni 2018 abläuft. Auch könnte es zu Verzögerungen bei der Integration der 20 000 Mitarbeiter kommen, womit sich die Synergieeffekte erst später einstellen würden. Auch die Diskussion in der EU um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat aus dem Hause Monsanto müsse man im Auge behalten.

Trotz der Risiken hat Hector die Bayer-Papiere nun von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 103 auf 130 Euro angehoben. Mit der Einstufung "Outperform" rechnet Exane BNP Paribas damit, dass sich die Aktien in den kommenden zwölf Monaten besser als der Sektor entwickeln werden.

@ dpa.de

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