DIALOG SEMICONDUCTOR, GB0059822006

FRANKFURT - Die Aktionäre des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor haben am Dienstag die Folgen der Abhängigkeit vom Großkunden Apple zu spüren bekommen.

11.04.2017 - 11:49:24

AKTIE IM FOKUS: Furcht vor Apple-Umdenken reißt Dialog Semi nach unten. Dabei bedurfte es noch nicht einmal Nachrichten von Apple selbst. Ein skeptischer Analystenkommentar über ein möglicherweise schrumpfendes Geschäft mit dem iPhone-Hersteller reichte, um den Dialog-Papieren vorübergehend ein Minus von mehr als einem Drittel einzubrocken. Zuletzt erholten sie sich zumindest ein Stück weit.

erzielt Dialog laut einer aktuellen Studie der Commerzbank etwa 4 Prozent seiner Erlöse.

AUCH ANDERE APPLE-LIEFERANTEN LEIDEN

Der aktuell noch stärkere Kurseinbruch muss auch vor dem Hintergrund jüngst schlechter Nachrichten seitens eines anderen Apple-Lieferanten gesehen werden: So arbeitet Apple an einer eigenen Technologie für die Grafikchips seiner Mobilgeräte wie iPhones und iPads und will diese in spätestens zwei Jahren auch einsetzen. Die Aktie des britischen Zulieferers Imagination Technologies hatte daraufhin schlagartig fast zwei Drittel ihres Werts verloren.

Eine breitere Aufstellung mit Blick auf die Kunden erscheine für Dialog nun wichtiger denn je, erklärte Lampe-Analyst Iltgen. Langfristig bleibe das Geschäftsmodell von Dialog und seiner Analogchip-Designer sehr werthaltig. Der Weg aus der Abhängigkeit von Apple dürfte aber steinig werden.

BARCLAYS BLEIBT OPTIMISTISCH

Eine gute Möglichkeit, die große Abhängigkeit von dem Großkunden zu reduzieren, sieht Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank etwa in der Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Spreadtrum. Das eröffne die Möglichkeit, das Geschäft in China und Indien auszubauen.

Analyst Andrew Gardiner von der britischen Bank Barclays hält die Sorgen der Anleger wegen Apple indes für übertrieben. Die Entwicklung von Grafik-Chips sei mit der von Strommanagement-Halbleitern nur bedingt vergleichbar. Wichtiger sei aber noch, dass Apple in den vergangenen Jahren immer stärker auf Technik von Dialog gesetzt habe. Genau das sei bei Imagination Technologies nicht der Fall gewesen. Auch daher sieht der Experte den Kursrückschlag als Gelegenheit für Aktienkäufer. Bei einem Ziel von 51 Euro stufte der die Aktien des TecDax-Konzerns mit "Overweight" ein.

@ dpa.de