Biotest, DE0005227235

FRANKFURT - Die Absage eines Partners für ein Kombinationspräparat von Biotest im frühen Handel noch um bis zu 10,8 Prozent abgesackt waren, dämmten sie zuletzt ihre Verluste auch deutlich auf nur noch 2,85 Prozent auf 18,40 Euro ein.

24.03.2017 - 18:24:42

AKTIE IM FOKUS: Absage eines Partners schockt Biotest-Anleger nicht lange

Der Kooperationspartner ImmunoGen hatte sich für den US-Markt gegen eine Beteiligung an der Entwicklung und Vermarktung von Indatuximab Ravtansine (BT-062) entschieden. "Die Absage ist ein herber Rückschlag und für die Aktionäre eine große Enttäuschung", sagte Händler Andreas Lipkow.

Ein möglicher Geldregen für Biotest fällt mit der Absage aus. Denn hätte ImmunoGen die entsprechende Option gezogen, wäre eine Zahlung von 15 Millionen US-Dollar an das Dreieicher Unternehmen fällig geworden. BT-062 befindet sich derzeit in Tests in einer Phase-I/IIa-Studie als Kombinationspräparat gegen das Multiple Myelom.

KURSAUFSCHWUNG VORERST GESTOPPT

"Biotest steht aktuell in keinem besonders guten Licht", meinte Experte Lipkow. "Die schlechten Nachrichten für die Anteilseigner mehren sich in letzter Zeit." So wurde es am Markt etwa Anfang des Jahres als klar negativ gesehen, dass der Vertrag mit Kedrion Biopharma für den Vertrieb des Immunglobulins Bivigam in den USA mit sofortiger Wirkung beendet worden war.

Dabei hatten sich die Biotest-Papiere in den vergangenen Monaten durchaus gut entwickelt. Ausgehend von ihrem Zwischentief Anfang Dezember bei einem Kurs um die 13 Euro hatten sie zeitweise bis auf mehr als 19 Euro zugelegt. Mit dem aktuellen Kursverlust ist dieser Aufschwung erst einmal dahin.

Für Analystin Marietta Miemietz von Equinet kam die negative Marktreaktion zwar nicht überraschend. Sie sieht aber die Entscheidung von ImmunoGen auch als Chance für Biotest, nun einen globalen Partner zu suchen, der dann den Großteil der weiteren Entwicklungskosten für BT-062 trägt.

MEHRHEITSEIGNER IM BLICK

Laut Thilo Müller, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft MB Fund Advisory sollte nun auch beim Mehrheitseigner der Stammaktien, der Familie Schleussner, umso mehr das Bewusstsein geschärft werden, Anteile zu verkaufen. Bereits am Mittwoch hatte "Der Aktionärsbrief" von Bernecker auf Gerüchte verwiesen, wonach die Familie verkaufsbereit sei.

@ dpa.de