Vonovia, DE000A1ML7J1

AKTIEN IM FOKUS 2: Anleger flüchten aus Immobilienaktien in Banktitel

14.11.2016 - 18:37:24

gingen die Commerzbank-Papiere mit 6,64 Prozent an der Index-Spitze aus dem Handel. Die Anteile an der Deutschen Bank verteuerten sich um 3,76 Prozent. Beide Titel reduzierten damit ihre Verluste seit Jahresbeginn weiter. Auch im MDax standen Bankaktien an der Indexspitze: Die Aktien der Aareal Bank legten um 5,06 Prozent zu und die der Deutschen Pfandbriefbank gewannen sogar 7,27 Prozent.

Auf der Verliererseite fanden sich dagegen große Immobiliennamen wieder: Vonovia-Aktien etwa rutschten als eines der Dax-Schlusslichter um 1,86 Prozent ab. Im MDax erwischte es besonders die Anteilsscheine an der LEG Immobilien. Sie gaben trotz einer positiveren Einstufung durch die Analysten von JPMorgan um 2,80 Prozent auf 69,49 Euro nach. Die Kurse im Immobiliensektor sind bereits seit Mitte August auf Talfahrt, seit sich in den USA eine weitere Leitzinsanhebung durch die Notenbank Fed noch in diesem Jahr andeutete.

BEI LEG HILFT AUCH KEINE HOCHSTUFUNG

Belastend kommt derzeit der Anstieg der Renditen an den internationalen Anleihemärkten hinzu. Dieser hatte nach dem überraschenden Wahlsieg Donald Trumps bei den US-Präsidentenwahlen in der vergangenen Woche eingesetzt. Weil Trumps Pläne für ein gigantisches Konjunkturprogramm voraussichtlich die Schulden der USA und auch die Inflation anheizen werden, könnte nach Einschätzung der Marktteilnehmer die US-Notenbank schneller ihre Leitzinsen anheben als bisher gedacht.

Diese Einschätzung über steigende Leitzinsen in den USA hat am Markt laut einem Händler derzeit das größte Gewicht, weshalb selbst die gestrichene Verkaufsempfehlung von JPMorgan-Analyst Neil Green für LEG die Talfahrt dieser Immoblienaktie nicht aufhalten konnte. Seit ihrem Rekordhoch bei 92,04 Euro Mitte August geht es für LEG Immobilien bereits wieder abwärts. Branchenexperte Green kappte nun zwar sein Kursziel auf 87 Euro, sieht damit aber immer noch ein Kurspotenzial von mehr als 20 Prozent für die Papiere.

GOLDMAN SACHS BREMST EUPHORIE

Derweil warnten die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs am Montag vor zu viel Euphorie für die Bankenbranche. Das optimistische Szenario nach dem US-Wahlsieg von Donald Trump berge erhebliche Risiken, schrieb Analyst Jernej Omahen. Weniger strenge Kapitalanforderungen und steigende Zinsen wären zwar positiv für die Gewinne, sollten aber vor allem Geldinstituten mit einem starken Heimatgeschäft zugute kommen, so der Experte.

Zudem könnten Handelsbarrieren sich negativ auf die Wirtschaft in der Eurozone auswirken, was Europas Banken in Mitleidenschaft ziehen dürfte. Andererseits dürfte auch die Deutsche Bank nach Einschätzung des Experten zu den größten Profiteuren steigender Zinsen gehören.

@ dpa.de