Draegerwerk, DE0005550636

AKTIE IM FOKUS 3: Drägerwerk brechen nach enttäuschendem Margenausblick ein

13.11.2017 - 18:32:24

verlor am Montag 0,84 Prozent.

Drägerwerk will 2018 zwar beim Umsatzwachstum zulegen, aber auch stärker investieren. Deshalb werde die Ebit-Marge (Ergebnismarge vor Zinsen und Steuern) 2018 und voraussichtlich auch 2019 auf vier bis sechs Prozent sinken, hieß es. Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen hier mit fünf bis sieben Prozent. Händlern zufolge wurde am Markt mit einer höheren Marge gerechnet.

Nachdem Drägerwerk erst Anfang November Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt hatte, komme die Ankündigung der Belastungen durch Investitionen so kurz danach überraschend, wie Analyst Eggert Kuls von Warburg Research erklärte. Zu dem Zeitpunkt habe es keine diesbezüglichen Hinweise gegeben. Auf den ersten Blick enttäusche es, dass das Unternehmen kurz nach einem Kostensenkungsprogramm zusätzlich Geld in die Hand nehmen müsse, um eine künftig positive Entwicklung zu sichern. Die Gewinnerwartungen dürften nun deutlich sinken.

Experte Scott Bardo von der Privatbank Berenberg rechnet bei den Gewinnschätzungen der Analysten mit einem Rückgang um 15 bis 20 Prozent - selbst wenn die optimistischen Umsatzperspektiven am Markt Anklang finden sollten. Dass die Aktie daher stark unter Druck gerate, überrasche nicht.

DZ-Bank-Analyst Sven Kürten reagierte auf den neuen Ausblick von Drägerwerk bereits mit einer drastischen Kürzung seiner Nettogewinnprognosen, die nun für 2018 um 30 Prozent und für 2019 um 26 Prozent unter seinen bisherigen Schätzungen lägen. Den fairen Wert sieht er nur noch bei 60 Euro nach 88 Euro zuvor. Er stufte die Aktie von "Halten" auf "Verkaufen" ab.

Mit Blick auf den Jahresverlauf zählen die Papiere mit einem kleinen Minus von 1,55 Prozent nun zu den schwächsten Werten im TecDax, der es auf ein Plus von etwas mehr als 36 Prozent bringt. Die gute Kursentwicklung des ersten Halbjahres ist nun dahin. Zum Vergleich: Anfang Juni hatten die Anteilscheine noch ein Zwischenhoch bei 107 Euro erreicht. Im Vergleich zu Ende 2016 war das ein Zuwachs von mehr als einem Drittel. Seit dem Juni-Hoch steht nun ein Minus von rund 27 Prozent zu Buche.

@ dpa.de

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