Gea Group, DE0006602006

AKTIE IM FOKUS 2: Quartalszahlen und vager Ausblick vergraulen Gea-Aktionäre

20.04.2017 - 18:19:24

der mittelgroßen Unternehmen, der um 0,18 Prozent vorrückte.

Marktteilnehmer bemängelten vor allem die schwachen Aufträge des Konzerns. Hinzu komme eine sehr schwache Marge, so ein Börsianer. Der Anlagenbauer habe den Ausblick auf 2017 zwar bekräftigt, doch dies könnte sich schnell ändern, merkte er an.

ZWEITES QUARTAL ENTSCHEIDEND

Gea-Vorstandschef Jürg Oleas hatte am Donnerstag anlässlich der Hauptversammlung in Düsseldorf gesagt, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten im Laufe des Jahres weiter verstärken dürften. Es hänge vor allem von der Entwicklung des zweiten Quartals ab, ob der operative Gewinn 2017 den oberen oder den unteren Bereich der angepeilten Spanne erreichen werde. "Der Vorstand gibt sich eher vorsichtig für das laufende Geschäftsjahr", sagte Händler Andreas Lipkow. "Es fehlen die großen Aufträge."

Nach Ansicht der Commerzbank sollten sich die Anleger allerdings an den verfehlten Markterwartungen bei den Aufträgen nicht zu sehr festbeißen, da diese stets hohen Schwankungen unterlägen. Dennoch halten es die Aktienexperten des Instituts angesichts der jüngsten Eckdaten für das erste und der Aussagen zur Entwicklung im zweiten Quartal für unwahrscheinlich, dass Gea das obere Ende des in diesem Jahr angepeilten operativen Gewinns (Ebitda) von 620 bis 670 Millionen Euro erreichen wird.

Der Auftragseingang der Düsseldorfer war in den ersten drei Monaten infolge weniger Großbestellungen von 1,144 auf 1,135 Milliarden Euro zurückgefallen. Der Umsatz hatte zwar um rund sechs Prozent auf eine Milliarde Euro zugelegt, doch der um Sonderposten bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) war nur um ein Prozent auf 95 Millionen Euro gestiegen.

GEWINNWARNUNG NOCH IN DEN KÖPFEN

Die Gea-Aktien waren nach einer Gewinn- und Umsatzwarnung im vergangenen Oktober von einem Niveau etwas unter 50 Euro wie ein Stein gefallen und hatten damit ihren bis dato angehäuften Jahresgewinn fast auf einen Schlag ausradiert. Ausgehend von ihrem Tief im November 2016 bei 32,62 Euro wagten sich die Anleger dann aber wieder etwas vor. Dazu trug bei, dass der Maschinenbauer im ersten Quartal 2017 etwas zuversichtlicher wirkte und zudem ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt hatte.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Anteile mit 42,32 Euro ihren höchsten Stand in diesem Jahr erreicht. Einem Börsianer zufolge dürften die Papiere aber ungeachtet des laufenden Aktienrückkaufprogramms unter Druck bleiben.

@ dpa.de