LUFTHANSA AG, DE0008232125

AKTIE IM FOKUS 2: Piloten-Streik sorgt für Verluste bei Lufthansa-Papieren

22.11.2016 - 19:05:24

reagiert. Börsianer zogen insgesamt ein nur leicht negatives Fazit der Ankündigungen, weil eine weitere Streikankündigung der Piloten keinesfalls überraschend gekommen sei. Der Aktienkurs konnte sich daher lange Zeit nicht für eine klare Richtung entscheiden. Am Ende verloren die Aktien 1,13 Prozent auf 12,735 Euro, während der Dax moderat zulegte.

Am Dienstag schon sorgten streikende Flugbegleiter dafür, dass fast jeder siebte Flug bei der Tochter Eurowings am Boden blieb. Tags darauf droht jedoch eine noch größere Streikwelle, wenn fast jeder zweite Lufthansa-Flug einem Pilotenstreik zum Opfer fallen dürfte. Die Fluggesellschaft kündigte am Nachmittag aber bereits an, den für Mittwoch angesetzten Ausstand mit einer einstweiligen Verfügung stoppen zu wollen.

PILOTENSTREIK KÖNNTE TEUER WERDEN

Für den Analysten Johannes Braun von der Commerzbank sind die finanziellen Folgen des Streiks bei Eurowings eher vernachlässigbar. Der Pilotenstreik bei der Lufthansa könne sich hingegen im Größenbereich von 15 bis 30 Millionen Euro auswirken - je nachdem, inwieweit das Unternehmen dazu in der Lage sei, die Flugausfälle aufzufangen.

Große Erfolgschancen räumt Braun den Piloten bei ihrem Arbeitskampf aber nicht ein. Die Lufthansa werde ihre Position wohl nicht ändern. Vielmehr dürfte das Management bemüht sein, zukünftig noch stärker auf die Billigflugtochter Eurowings zu setzen.

GEWINNMITNAHMEN

Die Lufthansa-Piloten verlangen Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte jüngst erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen. Auch andere Themen wie die Übergangsrenten sind nach wie vor ungelöst. Der vorherige Tarifvertrag war Ende April 2012 ausgelaufen, wirkt aber mit unveränderten Tarifgehältern fort.

Einem Händler zufolge machten einige Anleger nach dem zuletzt guten Lauf der Lufthansa-Aktien erst einmal Kasse. Seit ihrem Mehrjahrestief im Oktober summiert sich das Plus immer noch auf knapp 40 Prozent. Im Jahresverlauf steht allerdings weiterhin ein Minus von rund 12,5 Prozent zu Buche, was einen Platz im letzten Drittel des Dax bedeutet. Gründe für die teils trübe Stimmung der Anleger waren neben dem Dauerthema Streik die Sorgen wegen des Wettbewerbsdrucks sowie erhöhte Terrorangst bei den Kunden.

@ dpa.de

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