LUFTHANSA AG, DE0008232125

AKTIE IM FOKUS 2: Lufthansa beflügelt durch Einigung mit Air Berlin

12.10.2017 - 18:46:24

übernimmt den größten Teil der insolventen Fluggesellschaft. An den deutschen Branchenprimus gehen 81 von 134 Flugzeugen. Zudem können 3000 der rund 8000 Air-Berlin-Beschäftigten zu dem Konzern wechseln, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr ankündigte. Air Berlin erhält nach eigenen Angaben etwa 210 Millionen Euro als Kaufpreis. Der Vertrag sollte noch am Donnerstag unterschrieben werden. Experten rechnen bei dem Vorhaben allerdings mit kartellrechtlichen Problemen.

Laut Analyst Damian Brewer von RBC Research entledigt sich die Lufthansa mit dem Schritt eines unangenehmen Konkurrenten. Die Fluggesellschaft könne nun ihren Marktanteil erhöhen und ihre Stellung bei Vielfliegern im deutschsprachigen Raum stärken, sagte er in einer ersten Einschätzung zu der Vereinbarung. Sie erfolgte knapp zwei Monate nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin.

In den vergangenen Tagen mehren sich damit bei der Lufthansa die Nachrichten, die von Anlegern positiv für die Aktie gewertet werden. Bereits am Dienstag hatten die Papiere nach der lang schon ersehnten Tarifeinigung mit der Pilotengewerkschaft um 2,5 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mittlerweile mehr als verdoppelt, womit sie mit Abstand zum Lieblingspapier der Anleger im Leitindex avanciert sind.

Entsprechend mehren sich auch positive Analystenkommentare, etwa vom US-Analysehaus Bernstein und der britischen Bank HSBC - beide schon vor den aktuellen Entwicklungen bei Air Berlin. Bernstein-Analyst Daniel Roeska sieht nach der Tarifeinigung mit den Piloten weitere Kurstreiber und sprach den Papieren eine Empfehlung aus. HSBC-Analyst Andrew Lobbenberg hob sein Kursziel von 25 auf 29 Euro an und bekräftigte sein Kaufurteil. Er attestierte der Airline Fortschritte auf ganzer Linie.

Später wurde außerdem noch bekannt, dass die Kranichlinie offenbar als nächstes ein Auge auf Teile der italienischen Alitalia geworfen hat. "Wir haben Interesse an einer neu aufgestellten Alitalia", sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag in Frankfurt. Es gilt damit als äußerst wahrscheinlich, dass die Lufthansa an dem bis zum 16. Oktober befristeten Bieterverfahren um die italienische Fluggesellschaft teilnimmt.

Für die Aktie von Air Berlin, die schon vor etwa zwei Jahren zum "Pennystock" geworden war, hatten die Meldungen am Donnerstag kräftige Kurssprünge zur Folge - auch wenn mit dem zweiten Verhandlungspartner Easyjet noch keine Einigung erzielt worden ist. In der Spitze verdoppelten sie sich bis auf 35 Euro-Cent, verloren dann aber wieder deutlich an Rückenwind. Am Ende stand noch ein Kursplus von 43,6 Prozent auf 23 Cent zu Buche.

@ dpa.de

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