Börse Frankfurt-News: Fast schon Frühlingsgefühle : FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 9. Februar 2012. Die gute Laune an den Börsen hält an, auch dank überzeugender Geschäfte von Disney, Visa, Statoil und Cisco. Katerstimmung hingegen gibt es bei Credit Suisse und Vestas.
Vergrößern Börse Frankfurt-News: Fast schon Frühlingsgefühle | Bild: © uschools

Freundlich gestimmte Investoren sorgen im Handel mit Auslandsaktien für robuste Umsätze. Überwiegend erfreuliche Unternehmenszahlen, eine anspringende US-Konjunktur und das Versprechen der US-Notenbank bei Bedarf den Geldbeutel zu öffnen haben aus Sicht von Walter Vorhauser für neue Höchststände insbesondere an den US-Aktienbörsen geführt. "Die Amerikaner haben es vorgemacht und die europäischen Börsen ziehen nach", beobachtet der Händler der Close Brothers Seydler Bank. "Anleger scheinen zudem die ungelöste Griechenlandfrage zunehmend gelassener zu nehmen."

"Die häufig besser als erwarteten Ergebnisse der Konzerne verbunden mit überwiegend positiven Ausblicken lassen Griechenland etwas in den Hintergrund rücken", bestätigt Jan Vrbsky von der Baader Bank. Auch sei die deutliche Erholung des Euro ein gutes Zeichen. Selbst US-Medien, die zuletzt vor Engagements in europäischen Konzernen eher gewarnt hätten, seien umgeschwenkt. "Es ist wieder hoffähig, sich europäische Aktien ins Depot zu legen", fasst der Händler zusammen.

Gelungener Jahresauftakt für Disney

Gut besuchte Freizeitparks und immer mehr Reisende auf den beliebten Kreuzfahrtschiffen bescherten der Walt Disney Company (WKN 855686) einen überzeugenden Start ins neue Geschäftsjahr. Der Umsatz ist im ersten Quartal 2012 zwar lediglich um 1 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar gewachsen, beim Gewinn steht mit 1,5 Milliarden US-Dollar aber ein Plus von 12 Prozent. "Disney hat erfolgreich an der Kostenschraube gedreht", weiß Vorhauser. Neben den Freizeitparks in den USA hätten die Anlagen in Asien und auch Europa geboomt und die zugehörigen Hotels gefüllt. "Bei Disneyland nahe Paris drückt der Schuh etwas aufgrund gestiegener Lohnkosten", erklärt der Händler, der zudem die jüngste Beteiligung am indischen Unternehmen UTV als gelungenen Schachzug bezeichnet. Rückläufig sei auch das Geschäft mit Videospielen, das mit 279 Millionen US-Dollar 20 Prozent weniger eingespielt hätte. Die Aktie hat zunächst mit leichten Verlusten reagiert und steht am heutigen Donnerstag mit 31,20 Euro weiterhin stabil auf einem recht hohen Niveau.

Visa profitiert von gestiegener Kauflaune

Gut liefen die Geschäfte im ersten Quartal 2012 hingegen beim Kreditkartenanbieter Visa (WKN A0NC7B). WIe Mastercard (WKN A0F602) und American Express (WKN 850226) hat auch der Marktführer von der Kauflust seiner Kunden profitiert. Unterm Strich 1 Milliarde US-Dollar und damit 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum konnte das US-Unternehmen einnehmen. "Ein positives Signal für Börsianer ist zudem der Rückkauf eigener Aktien in Höhe von 500 Millionen US-Dollar", berichtet Vrbsky. Ein zuletzt gestiegenes Verbrauchervertrauen insbesondere in den USA und ein starkes Auslandsgeschäft trage zu dem guten Ergebnis bei. "Visa macht 47 Prozent der Umsätze außerhalb Nordamerikas," weiß der Händler. Börsianer bedankten sich mit einem 2,5 Prozent festeren Aktienkurs von 83,90 Euro.

Statoil überzeugt mit satten Gewinnen

Hohe Öl- und Gaspreise sowie ein organischer Zuwachs der Förderquote bescheren Statoil (WKN 675213) ein sattes Plus. Dem größten europäischen Ölproduzenten ist mit einem Überschuss von umgerechnet 10,3 Milliarden Euro im Jahr 2011 eine Gewinnverdopplung gelungen. "Darin enthalten sind aber die Verkäufe von Gasnetz-Anteilen und Ölsand-Projekten", gibt Vorhauser an. Im eigentlichen Geschäft stehe ein Gewinnanstieg von 54 Prozent. Erfreulich laufe es für den norwegischen Staatskonzern zudem in den USA. "Brigham Exploration fährt mit der Förderung von Gas aus unkonventionellen Quellen gute Ergebnisse ein", erklärt Vorhauser. Dieses Unternehmen habe Statoil erst Ende 2011 übernommen. Strategisch seien die Norweger ebenfalls auf einem guten Weg. "In Angola erhielt Statoil zwei neuen Lizenzen zur Förderung von Öl. Außerdem steigerte der Konzern dank neuer Funde in der Nordsee und im Barentssee seine Reserven." Der Aktienkurs ist um 2,5 Prozent auf 20,12 Euro geklettert.

Cisco mit deutlichem Gewinnsprung

Überraschend viel umsetzen konnte auch Cisco Systems (WKN 878841) im zweiten Quartal 2012. Die anhaltend hohe Nachfrage nach seiner Technik hat dem weltgrößten Netzwerk-Ausrüster eine Umsatzsteigerung von 11 Prozent auf 11,5 Milliarden US-Dollar gebracht. Beim Gewinn steht ein sattes Plus von 44 Prozent. "Cisco hat mit Erfolg seine Kosten deutlich eingedämmt," berichtet Vrbsky. Der US-Riese habe im vergangenen Jahr ein Sparprogramm inklusive der Entlassung von rund 11.000 Mitarbeitern, aufgelegt. Börsianer belohnten Cisco mit einem Anstieg des Aktienkurses von 1 Prozent auf 15,39 US-Dollar.

Credit Suisse bricht ein

Hohe Öl- und Gaspreise sowie ein organischer Zuwachs der Förderquote bescheren Statoil (WKN 675213) ein sattes Plus. Dem größten europäischen Ölproduzenten ist mit einem Überschuss von umgerechnet 10,3 Milliarden Euro im Jahr 2011 eine Gewinnverdopplung gelungen. "Darin enthalten sind aber die Verkäufe von Gasnetz-Anteilen und Ölsand-Projekten", gibt Vorhauser an. Im eigentlichen Geschäft stehe ein Gewinnanstieg von 54 Prozent. Erfreulich laufe es für den norwegischen Staatskonzern zudem in den USA. "Brigham Exploration fährt mit der Förderung von Gas aus unkonventionellen Quellen gute Ergebnisse ein", erklärt Vorhauser. Dieses Unternehmen habe Statoil erst Ende 2011 übernommen. Strategisch seien die Norweger ebenfalls auf einem guten Weg. "In Angola erhielt Statoil zwei neuen Lizenzen zur Förderung von Öl. Außerdem steigerte der Konzern dank neuer Funde in der Nordsee und im Barentssee seine Reserven." Der Aktienkurs ist um 2,5 Prozent auf 20,12 Euro geklettert.

Vestas bricht ein

Wenig Freude bereiteten den Aktionären die derzeitigen Geschäfte von Vestas Wind Energy (WKN 913769). Mit 5,8 Milliarden Euro Umsatz habe der dänische Windenergieanlagen-Hersteller das Umsatzziel von 6 Milliarden Euro verfehlt und insgesamt einen Verlust von 60 Millionen Euro eingefahren. "Vestas hat im vergangenen Jahr die Prognose zweimal nach unten angepasst", bemerkt Vorhauser. Auch seien die Aussichten für das laufende Jahr mit Umsätzen zwischen 6,5 und 8 Milliarden Euro eher bescheiden. Auf der einen Seite hinkte das Unternehmen mit den Auslieferungen hinterher. Die betroffenen Projekte würden in diesem Jahr nur mit geringeren Deckungsbeiträgen abgewickelt werden können. "Am meisten zu schaffen machen den Dänen aber die vielerorts sinkenden Subventionen für Windenergie." Die Aktie hat zwischenzeitlich um 20 Prozent auf 7,60 Euro, den tiefsten Stand seit 2003, nachgegeben und sich im weiteren Verlauf auf 7,90 eingependelt.

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© 9. Februar 2012 / Iris Merker

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)