Bilfinger Berger erhält ersten U-Bahn-Neuauftrag seit Stadtarchiv-Einsturz: MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger  hat den ersten U-Bahn-Neuauftrag seit dem noch ungeklärten Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 erhalten. Die Projekte für den Bau einer neuen U-Bahnlinie im Zentrum von Berlin und den Anschluss des Hauptbahnhofs an den S-Bahn-Ring habe ein Volumen von zusammen rund 230 Millionen Euro, teilte der MDax -Konzern am Freitag in Mannheim mit. Der S-Bahn-Abschnitt werde in einer Arbeitsgemeinschaft realisiert.
Vergrößern Bilfinger Berger erhält ersten U-Bahn-Neuauftrag seit Stadtarchiv-Einsturz | Bild: © dpa

Bei der U-Bahn handele es sich um eines der größten Verkehrsinfrastrukturpro jekte in Berlin. Die neue Linie U5 werde den Alexanderplatz mit dem Hauptbahnhof verbinden und schließe am Brandenburger Tor an das bereits bestehende Teilstück der heutigen U55 an, hieß es. Das Projekt im Auftrag der Berliner Verkehrsbetriebe umfasse den Bau von zwei rund 1,6 Kilometer langen Tunnelröhren sowie die Rohbauarbeiten für eine Gleiswechselanlage und zwei neue Bahnhöfe. Die Tunnelröhren werden laut Bilfinger Berger im Schildvortrieb, also mit einer Tunnelbohrmaschine, erstellt. Der Bahnhof "Museumsinsel" entstehe in bergmännischer Bauweise und die Station "Unter den Linden" in Deckelbauweise.

"Die beiden Aufträge unterstreichen unsere Positionierung als Spezialist für intelligente Ingenieurbauleistungen im Bereich Mobilität", sagt Konzernchef Roland Koch. Derzeit arbeitet Bilfinger Berger in Düsseldorf an einer U-Bahn-Linie. Die Ursachen für den Einsturz des Kölner Stadtarchivs sind bis heute nicht geklärt. An der mit dem dortigen U-Bahn-Bau beauftragten Arbeitsgemeinschaft war Bilfinger Berger mit rund einem Drittel beteiligt. In diesem Zusammenhang waren auch Pfusch-Vorwürfe laut geworden.