Die Betriebsratsvorsitzende Cornelia Bauer sagte, «von den anstehenden Kündigungen sind in einer ohnehin von Abwanderung gezeichneten Region komplette Familien betroffen». Sie kündigte an, gemeinsam mit der Gewerkschaft über Qualifizierungsmöglichkeiten und soziale Regelungen zu verhandeln.
Wo die Zeitung künftig gedruckt wird, steht nicht fest. Die Geschäftsführung wurde aufgefordert, zügig Verträge mit Fremddruckereien zu verhandeln. Bauer sagte auf Anfrage, dass es bereits Gespräche mit zwei Druckereien in Erfurt und Würzburg gegeben habe. Es werde wohl auf eine der Firmen hinauslaufen, sagte sie.
Der Leiter des Fachbereichs Medien bei ver.di, Michael Kopp, zeigte sich entsetzt über das Aus für das Suhler Druckzentrum. Die Entscheidung mache klar, welche Prioritäten eine der größten Zeitungsgruppen Deutschlands habe.
Die Gesellschafter der Tageszeitung «Freies Wort» sind zu 70 Prozent der Süddeutsche Verlag (SV) in München und zu 30 Prozent die SPD-eigene Medienholding DDvG in Hamburg. 2007 war die «Süddeutsche Zeitung» für 650 Millionen Euro von der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) Stuttgart übernommen worden.
Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow kritisierte, die SPD-eigene DDvG sei ihrer Gesellschafterpflicht nicht gerecht geworden. Deshalb sehe er nun besonders die Thüringer SPD in der Verantwortung, die Zeitungsproduktion in Südthüringen zu sichern. Die Suhler Linke-Abgeordnete Ina Leukefeld betonte, für die Region stelle das Druckzentrum ein strukturbestimmendes Unternehmen dar.
Erfurt (ddp-lth)


























