Berlin (ddp-bln). Die Berliner Polizei hat am späten Dienstagnachmittag mit der Räumung eines von Studenten besetzten Gebäudes der Freien Universität (FU) in Dahlem begonnen. Das sagte ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage. Im Zusammenhang mit dem bundesweiten Bildungsstreik hatten die Studenten das Präsidium der FU in der Kaiserswerther Straße besetzt. Die Polizei sprach von etwa 200 Studenten, davon 150 im Innenbereich.

Die FU habe Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt, erläuterte der Polizeisprecher. Nach mehrmaliger Aufforderung an die Besetzer, das Gebäude zu verlassen, hätten die Beamten mit der Räumung begonnen. Die protestierenden Studenten skandierten daraufhin: «Wir sind friedlich, was seid ihr». Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass die Besetzung friedlich beendet werden kann, wie der Sprecher weiter sagte. Nach seinen Angaben waren etwa 150 Beamte im Einsatz.

Zuvor hatte der Studierendenverband Die Linke.SDS den Bildungsstreik insgesamt als «vollen Erfolg» bewertet. Mit dieser Dynamik habe man nicht gerechnet, sagte Geschäftsführerin Steffi Graf. Das sei «ein deutliches Warnsignal an die Politik». «Ein 'Weiter so' darf es nicht geben», fügte Graf hinzu. Die Studenten hatten am Vormittag ihre Vollversammlung abgebrochen und waren zum FU-Präsidium gezogen. Weitere Sprecher der Initiatoren unterstrichen, das Gebäude sei vor allem deshalb besetzt worden, weil «bei der Verstümmelung von Diplom und Magister zu Bachelor und Master» das Präsidium der FU «eine Vorreiterrolle übernommen» habe.

Schüler und Studenten planen beim Bildungsstreik bis Freitag zahlreiche Protestaktionen in bundesweit mehr als 100 Städten. Sie wollen damit ihrem Unmut über die Schul- und Studienbedingungen Ausdruck verleihen. Gefordert wird unter anderem eine bessere finanzielle Ausstattung der Hochschulen. Zum zentralen Streiktag am Donnerstag mit Demonstrationen in vielen Städten Deutschlands rechnen die Veranstalter mit mindestens 150 000 Teilnehmern.

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