Im ersten Halbjahr war Solon wegen des anhaltenden Preisverfalls in der Photovoltaikbranche und Abschreibungen in Millionenhöhe noch tiefer als erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 110,1 Millionen Euro. Um fast 65 Millionen Euro musste die TecDax-Gesellschaft den Wert von Beteiligungen nach unten korrigieren. Darunter waren allein gut 52 Millionen Euro für das insolvente französische Siliziumunternehmen SilPro. Vor einem Jahr hatte Solon in der ersten Jahreshälfte noch einen Überschuss von 17,9 Millionen Euro erzielt.

Aktie auf Talfahrt

Operativ (EBIT) fiel in der ersten Jahreshälfte ein Verlust von 52,6 Millionen Euro an. Das war ebenfalls schlechter als erwartet. Darin enthalten sind unter anderem Abwertungen von Lagerbeständen wegen des heftigen Preisverfalls in der Branche. Der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahr um 71 Prozent auf 119,4 Millionen Euro ein. Positiv entwickelte sich hingegen der Mittelzufluss. Er lag im zweiten Quartal bei 29,3 Millionen Euro. Das Unternehmen führte die Entwicklung auf den Rückgang der Vorräte und den Abbau von Forderungen zurück. Solon saß lange auf offenen Rechnungen für Großprojekte in Spanien aus dem vergangenen Jahr. Zu Jahresbeginn beliefen sich die Außenstände auf rund 100 Millionen Euro, 40 Millionen seien davon inzwischen eingegangen.

Börsianer zeigten sich enttäuscht über die Bilanzdaten und schickten die Aktie auf Talfahrt. Bis zum Nachmittag gab die Aktie knapp 4 Prozent auf 9,10 Euro nach und war damit Schlusslicht im TecDax . Steubing-Analyst Michael Schatzschneider sprach von einem "desaströsen Halbjahresergebnis". Auch wenn im Photovoltaik-Markt das Schlimmste vorüber sei, gelte dies nicht für Solon. Er rechne damit, dass das dritte und vierte Quartal für Solon schwierig bleiben und das Unternehmen ernste Refinanzierungsschwierigkeiten bekommen wird. Auch Analyst Lars Dannenberg von der Berenberg Bank erwartet auch in den kommenden Monaten negative Nachrichten von Solon. Equinet-Analyst Sebastian Growe nannte die Bewertung der Aktien weiter zu hoch.

KOSTEN SOLLEN UM 15 MILLIONEN EURO SINKEN

Für die zweite Jahreshälfte rechnet der Solon-Vorstand mit einer deutlichen Belebung der Nachfrage. Vor allem in Deutschland habe sich bereits im abgelaufenen Quartal der Absatz von kleineren Anlagen an private Kunden im Vergleich zum Jahresanfang deutlich verbessert. Wegen der Kreditklemme habe aber das Geschäft mit Großkraftwerken weiter gelitten. Solon sieht allerdings auch hier Entspannung. Im Juli vermeldete das Unternehmen wieder drei größere Aufträge.

Ein bereits zu Jahresbeginn eingeleitetes Restrukturierungsprogramm wurde im zweiten Quartal mit Hilfe von externen Beratern ausgedehnt. Nach dem Abbau von Zeit- und Leiharbeitern, der Einführung von Kurzarbeit und dem Verzicht von Boni für das Management zu Jahresbeginn sollen nun die Produktions- und Vertriebsaktivitäten auf die Kernmärkte Deutschland, Italien und USA konzentriert werden. Eine Produktionsstätte in Österreich soll ausgegliedert und verkauft werden. "Wir wollen dort produzieren, wo die Märkte genügend Potenzial bieten", sagte Krupke. Damit will das Unternehmen künftig pro Jahr 15 Millionen Euro einsparen.