Berlin (dapd-bln). Die Halbliter-Flasche ist braun wie beim Bier und hat einen goldenen Kronkorken. Der Rest ist knallbunt: Neongelb ist das Etikett, darin befindet sich ein pinkfarbener Kreis als Hintergrund für das Foto einer offenbar alten Frau mit Brille und Perücke, die mit säuerlichem Gesicht ein Glas hebt.
Darunter steht die Geschmacksrichtung: Pflaume-Mirabelle. Was so schräg daherkommt, ist eine neue Limonade, die pünktlich zum Auftakt der Berliner Filmfestspiele auf den Markt gekommen ist: Berlinade.
Die Nähe zur Berlinale sei nur schöner Zufall, beteuert der Hersteller Kloster-Bräu aus Neuzelle in Brandenburg, an der Oder südöstlich von Berlin gelegen. Dies sei nicht geplant gewesen, sondern habe sich durch Verzögerungen in der Marken-Entwicklung ergeben.
Die Idee zu der neuen Brause stammt von dem Schauspieler Bernd Boßmannn, beziehungsweise dessen Bühnenfigur, die ausgerechnet 'Oma Kläre Grube' heißt und die sich auf dem Etikett befindet. Die Berlinade setze ganz auf Lokal-Patriotismus, sagt Boßmann. Mit dem Getränk wolle er eine Marktlücke füllen. Der Erlös der 'Hauptstadt-Erfrischung' soll an Kulturprojekte in Berlin gehen.
Seine Figur 'Oma Kläre Grube' mit Perücke und Schürze ist das Aushängeschild der Marke. Das Design der Aufkleber fällt auf: Für die Geschmacksrichtung Kirsch-Himbeer ist es knallrot.
Den Vertrieb der Brause teilen sich Boßmann und die Klosterbrauerei. Die Startabfüllung beträgt rund 20.000 Flaschen. Die Brauerei setzt auf originelle Produkte und versucht, im harten Wettbewerb mit 1.300 deutschen Brauereien und trotz stagnierenden Bierkonsums neue Trends zu setzen.
Der Geschäftsführer der Brauerei, Stefan Fritsche, hofft auf den Erfolg des Getränks bei den Berlinern. Die Berlinade sei so etwas wie eine Herzensangelegenheit für sein Unternehmen, eine der letzten noch übrig gebliebenen kleinen regionalen Brauereien.
Das Wortspiel und die Namensähnlichkeit - nicht nur mit der Berlinale - brachten ihm allerdings bereits Ärger ein. Eine Klage der trendigen Öko-Getränkemarke Bionade aus dem Oetker-Konzern blieb seinen Angaben zufolge jedoch erfolglos. Boßmann ließ sich die Namensrechte für seine Berlinade schützen. In ersten Läden, Kneipen und Clubs in Berlin ist das Getränk bereits zu haben. Ob es sich behaupten kann und ob das Getränk das Zeug zur Kultmarke hat, das muss sich erst noch zeigen.
dapd


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