Berlin (ddp-bln). Das Land Berlin hat für die kurzzeitig im Spandauer Flüchtlingsheim aufgenommene Roma-Gruppe mehr als 50 000 Euro aufgewendet. Nach Angaben des Betreibers der Einrichtung in der Motardstraße seien für Unterkunft und Verpflegung voraussichtlich rund 26 000 Euro angefallen, sagte Sozialsenatorin Heidi Knake-Werne (Linke) am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Kosten für die Rückkehrhilfe beliefen sich auf rund 25 000 Euro. Der Einsatz von Mediatoren in der Aufnahmeeinrichtung habe rund 1000 Euro gekostet.

Knake-Werner verteidigte zugleich das Vorgehen des Senats im Umgang mit den aus Rumänien als Touristen eingereisten Roma. In diesem Fall sei dazu beigetragen worden, einer akuten Notlage von Kindern, Frauen und Familien zu begegnen. Sie gehe davon aus, dass die Menschen zudem in die Lage versetzt worden seien, wieder für sich selbst sorgen zu können. Die Senatorin betonte, für eine Metropole wie Berlin halte sie es für angemessen, «wenn klar ist, dass es hier in Notfällen humanitäre Hilfe gibt».

Rund 100 Roma hatten sich im Frühling für knapp fünf Wochen in Berlin aufgehalten und waren zuletzt im Spandauer Flüchtlingsheim untergebracht. Die Roma, die in Berlin auf Wohnungen und Arbeit hofften, hatten zunächst in einem Kreuzberger Park campiert und anschließend im ehemaligen Krankenhaus Bethanien Unterkunft gefunden. Nach einigen Tagen besetzten sie eine Kirche, bevor sie schließlich in die Einrichtung in der Motardstraße gingen. Mitte Juni nahmen sie das Angebot des Senats auf eine Rückkehrhilfe an. Ob sie allerdings tatsächlich ausreisten, ist unklar.

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