Halle/Saale (dapd-lth). Dagegen ging die Zahl aller Erwerbslosen laut Statistischem Landesamt im gleichen Zeitraum um 13,6 Prozent, also um das Dreifache zurück.
Zurzeit sind im Freistaat nach BA-Angaben 18.000 schwerbehinderte Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Erwerbsquote hat sich demnach seit 2003 von Jahr zu Jahr verbessert. Von Januar bis Mai hätten 1.780 von ihnen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, die meisten davon am ersten Arbeitsmarkt. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen betrage 6,6 Prozent.
Arbeitgeber mit mindestens 20 Angestellten müssen laut Gesetz wenigstens fünf Prozent ihrer Stellen an Schwerbehinderte vergeben. Im Berichtsjahr 2009 fehlten in Thüringen der BA-Statistik zufolge 0,6 Prozentpunkte, um diese Pflichtquote zu erfüllen. Der öffentliche Dienst lag demnach leicht über, die Privatwirtschaft unter der Marke. Landesregierung und Sozialverbände appellierten deshalb mehrfach an die Unternehmen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen und mehr behinderte Menschen einzustellen. Schließlich helfe Barrierefreiheit nicht zuletzt auch bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels.
Die Agentur für Arbeit wies darauf hin, dass sie Betriebe bei der behindertengerechten Ausstattung des Arbeitsplatzes unterstütze. Auch die anteilige Erstattung der Lohnkosten bei der Einstellung schwerbehinderter Menschen sei möglich. Im Einzelfall könnten diese Zuschüsse bis zu 70 Prozent des Bruttolohns zuzüglich 20 Prozent des Arbeitgeberanteils am Sozialversicherungsbeitrag betragen. Eine solche Förderung sei für maximal drei Jahre möglich, bei der Einstellung von älteren Schwerbehinderten sogar bis zu acht Jahre.
Für das laufende Jahr sind im Thüringer Landeshaushalt 93,5 Millionen Euro zur beruflichen Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderungen vorgesehen.
Weniger Arbeitslose mit Behinderung in Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung gesunken. Gegenüber des Vorjahresmonats hat es im Mai 10,6 Prozent weniger schwerbehinderter Arbeitslose gegeben, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Von Januar bis Mai dieses Jahres haben 1.780 Menschen mit Behinderung in Sachsen-Anhalt eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, davon 806 im ersten Arbeitsmarkt.
Von 2003 bis 2008 stagnierte die Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen unter den Arbeitnehmern in Sachsen-Anhalt. Im vergangenen Berichtsjahr 2009 erhöhte sie sich leicht auf 3,7 Prozent. Laut Sozialgesetzbuch ist eine Quote von fünf Prozent zu erreichen.
Schwerbehinderte in Sachsen profitieren nicht vom Aufschwung
Ähnlich wie in Thüringen profitieren schwerbehinderte Arbeitnehmer in Sachsen nicht vom Aufschwung und der zurückgehenden Arbeitslosigkeit. Während die Zahl der Arbeitslosen insgesamt seit Jahresbeginn kontinuierlich sank, blieb die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung nahezu unverändert, wie die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Diesen Angaben zufolge sind in Sachsen 11.328 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet. 7.464 sind auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen.
dapd


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