«Zum einen melden sich in dieser Zeit viele Schul- und Ausbildungsabsolventen arbeitslos, zum anderen nehmen die Betriebe in der Ferienzeit vergleichsweise wenig Neueinstellungen vor», begründete der stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Günther Schauenberg, den Anstieg. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) sagte, dies sei lediglich 'eine kurze Verschnaufpause auf dem Weg in Richtung Vollbeschäftigung'.
Konkret stieg die Zahl der Männer und Frauen ohne Job in Bayern im Vergleich zum Juli um 13 630 auf 288 335. Bundesweit sank die Zahl der Arbeitslosen um 4000 auf 3,188 Millionen, die Quote blieb unverändert bei 7,6 Prozent. Bayern verzeichnet mit 4,3 Prozent aber nach wie vor den niedrigsten Wert aller Bundesländer, gefolgt von Baden-Württemberg (4,9 Prozent). Innerhalb des Freistaats bleibt Niederbayern mit einer Quote von 3,8 Prozent Spitzenreiter. Es folgt Oberbayern mit 4,0 Prozent, vor Unterfranken, Schwaben und der Oberpfalz mit jeweils 4,2 Prozent. In Oberfranken liegt die Quote bei 5,0 Prozent, Schlusslicht bleibt Mittelfranken mit 5,3 Prozent.
Zeil betonte, die Staatsregierung halte weiter an dem Ziel fest, 'dass die Zahl der Arbeitslosen in Bayern im Herbst unter die Marke von 250 000 fällt'. Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) betonte, der Freistaat dürfe sich nicht zurücklehnen, sondern müsse die nächste Herausforderung stemmen, den Fachkräftemangel. 'Denn nur mit gut qualifizierten, motivierten und zuverlässigen Fachkräften werden die bayerischen Unternehmen auch morgen noch die Nase vorne haben.' Investitionen in Qualifikation und Weiterbildung seien daher nötig.
SPD-Fraktionsvize Thomas Beyer rief zu 'höchster Wachsamkeit' auf: 'Ich nehme den im August in Bayern zu verzeichnenden Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Bundestrend sehr ernst.' Die Zahlen zeigten, wie nötig wegen des drohenden Facharbeitermangels verstärkte Anstrengungen für die Ausbildung junger Menschen seien.
Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, bezeichnete die Lage auf dem bayerischen Arbeitsmarkt trotz des leichten Anstiegs als 'robust'. 'Es gilt weiterhin, dass sich die bayerische Wirtschaft im Aufschwung befindet und es einen anhaltenden Aufwärtstrend bei der Nachfrage der Firmen nach Arbeitskräften gibt', betonte er. 'Wir gehen deshalb davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Bayern im September wieder sinken wird.'
Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl der Arbeitslosen in Bayern um 37 422 zurück. Die Arbeitslosenquote hatte vor einem Jahr bei 4,9 Prozent gelegen.
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