Ausland, Gesundheit

Vor dem Jahrestreffen der Organisation "Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges"(IPPNW) an diesem Wochenende in Berlin hat sich die Vorsitzende Susanne Grabenhorst tief besorgt über zunehmende Spannungen und die atomare Bedrohung in der Welt gezeigt: Insgesamt gebe es "eine besorgniserregende Militarisierung der Politik", sagte Grabenhorst der "Heilbronner Stimme" (Samstagsausgabe): "Die weltweiten Bedrohungen haben zugenommen.

29.04.2017 - 05:01:33

Ärzte-Organisation sieht besorgniserregende Militarisierung der Politik

Die Konfrontation zwischen Nato und Russland, die Spannungen im Pazifik und die gegenseitigen Drohungen im Zusammenhang mit Nordkorea sind sehr beunruhigend, insbesondere weil überall Atomwaffen eine große Rolle spielen." Scharfe Kritik äußerte Grabenhorst an der Bundesregierung: "Die Bundesregierung agiert aufgrund einer falschen - nämlich vorwiegend militärischen - Interpretation von `Verantwortung` wieder zunehmend kriegerisch in Konflikten."

Die Rüstungsausgaben stiegen. Dabei, so Grabenhorst, würden die Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Erfolglosigkeit des militärischen Strebens nach nachhaltiger Sicherheit ignoriert. Als Lichtblick bezeichnete sie, dass Ende März in einer ersten Runde etwa 130 Staaten über einen Atomwaffenverbotsvertrag verhandelt und die Abschaffung von Massenvernichtungswaffen gefordert hätten. Allerdings hätten Deutschland und andere Nato-Mitglieder die Konferenz boykottiert. Grabenhorst forderte die Bundesregierung nachdrücklich auf, sich an den diesjährigen Verhandlungen zu beteiligen: "Wir wenden uns gegen die atomare Eskalation, die das Überleben der Menschheit existenziell bedroht, und fordern die Bundesregierung auf, sich an den Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot aktiv und konstruktiv zu beteiligen", sagte sie. Zudem müsse sie den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel durchzusetzen. Auf dem Jahrestreffen des IPPNW sollen die Mitglieder auch über eine sogenannte "Berliner Erklärung" entscheiden, in der die Ärzte für eine "Kultur des Friedens" eintreten.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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