Telekommunikation, Internet

New York / Seoul - Während der Erzrivale Apple sein iPhone-Design seit 2014 nahezu unverändert ließ, wollte Samsung sich mit dem neuen Top-Smartphone Galaxy Note 7 als Innovationsführer profilieren.

10.10.2016 - 13:28:06

Note 7-Affäre drückt Samsung tiefer in die Krise. Starke Kamera, Anmeldung per Augen-Scan, lange Akkulaufzeit - die Fachwelt war beeindruckt.

Doch stattdessen stürzte das Vorzeigemodell den Smartphone-Marktführer aus Südkorea in eine Krise, die das über Jahre aufgebaute Vertrauen der Verbraucher schwer beschädigen könnte.

Das Eingeständnis, rund 2,5 Millionen Geräte wegen feuergefährlicher Akkus austauschen zu müssen, war schon beispiellos in der Branche. Mit Berichten über brennende Austauschgeräte droht der Rückschlag zu einem schwer auszurechnenden Risiko für das Firmenimage zu werden. Jetzt wurde - was auch immer genau das bedeutet «die Produktionsplanung angepasst», um «Qualität und Sicherheit» zu gewährleisten. Diverse Medien berichten unter Berufung auf informierte Personen direkt von einer Produktionspause.

Die Situationen der fünf bisher bekanntgewordenen Zwischenfälle mit angeblichen Austauschgeräten in den USA sind Horrorszenarien, wie sie im Buche stehen. Wegen eines gerade ausgeschalteten Telefons musste zum Glück noch am Gate ein Flugzeug evakuiert werden. Man stelle sich nur vor, das Gerät wäre eine Viertelstunde später in der Luft in Brand geraten.

Zwei US-Verbraucher berichteten, ihre Schlafräume hätten sich in der Nacht mit chemisch riechendem Rauch aus den Geräten gefüllt. Was wäre passiert, wenn sie nicht rechtzeitig aufgewacht wären? Und ein 13-jähriges Mädchen kam mit Verbrennungen an einem Daumen davon, als ein Note 7 in ihren Händen plötzlich sehr heiß wurde. Sie war gerade in einer Grundschule, wo sie ihre Geschwister abholen wollte. Sie warf das Telefon auf den Boden und ein Schulmitarbeiter trat es aus dem Gebäude. «Ich bin froh, dass es in meiner Hand war und nicht in der Tasche», sagte das Mädchen dem Sender KSTP. Alle Geräte weisen auf Bildern ähnliche Brandschäden aus.

Von Samsung heißt es zu den Zwischenfällen bisher nur, man nehme sie ernst und suche nach den Ursachen. Nach der Räumung des Flugzeugs hatte das Unternehmen auch erklärt, man werde genauere Angaben erst machen können, wenn man das Gerät begutachtet worden sei. Doch die Verbraucher ließen in den US-Medienberichten durchblicken, dass sie die angesengten Telefone eher behalten und sich rechtlichen Beistand suchen.

So kann man bisher nur über die Gründe rätseln. Ist etwas beim Umtauschprozess schiefgegangen und Handys mit gefährlichen Akkus wurden als vermeintlich sichere verteilt? Haben auch neue Batterien einen Fehler? Oder gibt es Mängel im Design der Geräte selbst? Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC hatte schon vor ihrem offiziellen Rückruf erklärt, man prüfe, ob ein Austausch gegen Geräte des gleichen Modells die richtige Maßnahme sei. Dann entschied sie sich Mitte September aber doch dafür.

Der Finanzdienst Bloomberg berichtete vor einigen Wochen, Samsung habe sich beeilt, mit dem Note 7 besonders schnell ein Gerät mit vielen Innovationen und frischem Design auf den Markt zu bringen, um sich von Apple abzuheben. Schon vor Monaten war durchgesickert, dass das neue iPhone 7 wohl das gleiche Aussehen wie das vorherige Modell haben werde. Davon habe Samsung profitieren wollen. 

In Südkorea wird bereits über eine neue teure Rückrufaktion spekuliert. Von Kommentatoren wurde die erste Rückrufaktion des Unternehmens, das ein Symbol für die Wirtschaftskraft des Landes ist, noch gelobt, weil es rasch auf die Fehler reagiert habe. Doch schon fragt man sich, ob die Aktion nicht zu schnell über die Bühne ging. 

Wie kann Samsung einen dauerhaften Imageschaden abwenden? «Ich denke, Samsung hat zahlreiche Optionen», sagt die Analystin Kim Kyung Min von Daishin Securities in Seoul. So könne das Unternehmen etwa die Galaxy-Marke sowie das Design ändern. Apple und Samsung planten im nächsten Jahr ohnehin beide «dramatische Änderungen», etwa Modelle, die noch kurviger ausfallen könnten. Wirtschaftlich könnte der Schaden für die Sparte IT und mobile Kommunikation bei Samsung durch gute Geschäfte mit Speicherchips und Display aufgefangen werden. Außerdem machte Samsung bereits Beteiligungen an anderen Tech-Unternehmen im Wert von rund einer Billion Won (etwa 800 Mio Euro) zu Geld.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Besitz strafbar - Bundesnetzagentur verbietet Kinderuhren mit Abhörfunktion. Eltern könnten dabei über eine App die Uhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören, sagte Jochen Homann, Präsident der Behörde. Berlin - Die Bundesnetzagentur hat den Verkauf von Kinderuhren verboten, die mit einer Abhörfunktion ausgestattet sind. (Wissenschaft, 17.11.2017 - 17:52) weiterlesen...

Bundesnetzagentur verbietet Kinderuhren mit Abhörfunktion. Eltern könnten dabei über eine App die Uhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören, sagte Jochen Homann, Präsident der Behörde. «Nach unseren Ermittlungen werden die Uhren von Eltern zum Beispiel auch zum Abhören von Lehrern im Unterricht genutzt.» Eine derartige Abhörfunktion sei in Deutschland verboten. Auch der Besitz einer solchen Uhr ist laut Behörde in Deutschland strafbar. Berlin - Die Bundesnetzagentur hat den Verkauf von Kinderuhren verboten, die mit einer Abhörfunktion ausgestattet sind. (Politik, 17.11.2017 - 14:22) weiterlesen...

Google wieder Standard-Suchmaschine bei Firefox in den USA. Im Europa ist Google nach wie vor die voreingestellte Wahl im Firefox. SAN FRANCISCO - Nach einer Pause von drei Jahren ist Google ersetzt worden war. (Boerse, 15.11.2017 - 16:30) weiterlesen...

Platz 12 - Deutschland nicht unter zehn am besten vernetzten Ländern Genf - Deutschland hat sich in einem UN-Ranking der am besten vernetzten Gesellschaften der Welt in diesem Jahr um einen Platz verbessert, schafft aber nicht die Top Ten. (Wissenschaft, 15.11.2017 - 14:36) weiterlesen...

Deutschland nicht unter zehn am besten vernetzten Ländern. Gemessen an der Zahl der Telefon- und Mobilverträge und Internetnutzer sowie Indikatoren zum Bildungsniveau erreichte Deutschland Platz 12, nach Platz 13 im vergangenen Jahr. Sieger ist Island vor Südkorea. Vor Deutschland liegen auch noch die Schweiz, Dänemark, Großbritannien, Hongkong, die Niederlande, Norwegen, Luxemburg, Japan und Schweden. Genf - Deutschland hat sich in einem UN-Ranking der am besten vernetzten Gesellschaften der Welt in diesem Jahr um einen Platz verbessert, schafft aber nicht die Top Ten. (Politik, 15.11.2017 - 13:54) weiterlesen...

Deutschland nicht unter zehn am besten vernetzten Ländern der Welt. Gemessen an der Zahl der Telefon- und Mobilverträge und Internetnutzer sowie Indikatoren zum Bildungsniveau erreichte Deutschland Platz 12, nach Platz 13 im vergangenen Jahr. Sieger ist Island vor Südkorea, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) hervorgeht. Die beiden Länder tauschten die Plätze an der Spitze. GENF - Deutschland hat sich in einem UN-Ranking der am besten vernetzten Gesellschaften der Welt in diesem Jahr um einen Platz verbessert, schafft aber nicht die Top Ten. (Boerse, 15.11.2017 - 13:17) weiterlesen...