Paderborn (ddp). Rund drei Wochen nach dem Sexualmord an der achtjährigen Kardelen aus Paderborn hat die Mordkommission einen 29-jährigen Nachbarn der Familie als Tatverdächtigen ermittelt. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch in Paderborn mitteilten, wird nach Ali K. gesucht, der in einem Haus in unmittelbarer Nähe der Familie von Kardelen gelebt hatte. Der Mann sei verheiratet und habe selber keine Kinder. Der Tatverdächtige ist ebenso wie das Opfer türkischer Herkunft und seit der Tat verschwunden. Nach ihm werde mit internationalem Haftbefehl gefahndet. Vermutlich halte sich der Gesuchte bei seinem Vater nahe des türkischen Ortes Aydin auf.

Über eine am Fundort der Leiche entdeckte Visitenkarte eines türkischen Juweliers waren die Ermittler auf die Spur des Mannes gekommen. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 29-Jährigen seien am Montag DNA-Spuren sichergestellt worden, die mit jenen am Fundort des toten Mädchens entdeckten identisch seien. Nach Angaben der Ermittler lebte der Tatverdächtige in demselben Haus, in dem auch die Freundin von Kardelen wohnt, die das Mädchen kurz vor der Tat besuchen wollte.

Die Grundschülerin war am 12. Januar von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden. Am Tag ihres Verschwindens hatte das Mädchen am Mittag die Wohnung ihrer Eltern in Paderborn verlassen, um mit einer Freundin zu spielen. Etwa eine halbe Stunde später war sie zum letzten Mal gesehen worden. Bei der anschließenden Suchaktion wurde die unbekleidete Leiche in einer Tannenschonung am Seeufer gefunden. Laut Staatsanwaltschaft wurde das Kind missbraucht und erstickt.

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