Ausarbeitung - Angebliches Dossier über Atomkraftgegner sorgt für Irritationen: Vattenfall bestreitet Ausarbeitung von Dossiers über Abgeordnete Das angebliche Sammeln von Daten über Atomkraftgegner beim Energiekonzern Vattenfall sorgt für Irritationen. «Es gibt bei uns keine Dossiers», sagte eine Konzern-Sprecherin am Freitag auf ddp-Anfrage. Das Anlegen derartiger Akten widerspreche der Unternehmenskultur.
Vergrößern Ausarbeitung - Angebliches Dossier über Atomkraftgegner sorgt für Irritationen | Bild: ©

Zuvor hatte der Radiosender NDR 90,3 berichtet, eine Vattenfall-Mitarbeiterin habe ein Dossier über die Grünen-Politikerin Bettina Boll aus dem Kreisverband Lauenburg sowie über eine Lüneburger SPD-Kreistagsabgeordnete angelegt.

Die Vattenfall-Sprecherin bestätigte jedoch, dass eine Mitarbeiterin eine einzelne Seite erstellt habe. Dabei handle es sich um die persönliche Einschätzung dieser Mitarbeiterin, von deren Inhalt sich der Konzern distanziere.

Boll dagegen zeigte sich auf Anfrage überzeugt, dass es gängige Praxis bei dem Energiekonzern sei, derartige Akten anzulegen. Die Grünen-Politikerin räumte ein, bereits in der vergangenen Woche ein offizielles Entschuldigungsschreiben von Vattenfall erhalten zu haben.

Der Radiosender hatte berichtet, die Daten seien offenbar gesammelt worden, kurz bevor der Konzern im Sommer zu Diskussionen über das Atomkraftwerk Krümmel lud. Auf dem Papier seien die Fotos der beiden Politikerinnen zu sehen, die sich gegen Atomkraft einsetzen.

Zu Boll sei der Kommentar zu lesen «Vorsicht bei Bettina Boll» sowie die wörtliche Einschätzung: «Argumentiert rein emotional, ausschweifende Wortbeiträge, muss nach 1-2 Minuten ermahnt werden.» Sogar die Vorformulierung der Ermahnung sei darauf abgedruckt.

Hamburg (ddp-nrd)