Atommüll-Standorte - Weitere Demonstrationen am Atommülllager Asse angekündigt: Die niedersächsischen Atommüll-Standorte Asse und Schacht Konrad bleiben im Visier von Umweltschützern. Der Asse-II-Koordinationskreis kündigte für diesen Sonntag eine weitere Demonstration am maroden Bergwerk Asse an. Der «Spaziergang» soll von der Gemeinde Wittmar zur Schachtanlage führen.
Vergrößern Atommüll-Standorte - Weitere Demonstrationen am Atommülllager Asse angekündigt | Bild: ©

Das katholische Bistum Hildesheim ruft an fünf Sonntagen der Fastenzeit zur Teilnahme an einem ökumenischen Kreuzweg zwischen der Asse und dem geplanten Endlager Schacht Konrad in Salzgitter auf. Start zur ersten Etappe ist am 21. Februar.

Mit der Aktion will das Bistum nach eigenen Angaben «besonders den Menschen nahe sein, die ihre eigene Zukunft und die ihrer Kinder gefährdet sehen». Als prominente Redner beim Kreuzweg sind unter anderem SPD-Chef Sigmar Gabriel, der evangelische Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber, der Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks Misereor, Josef Sayer, sowie der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, eingeladen worden.

Die Atomkraftgegner in der Region drängen vor allem darauf, dass die vom BfS als Betreiber angekündigte Bergung des Atommülls aus der Asse zügig umgesetzt wird. Das Bundesamt will in einem weltweit einmaligen Verfahren die rund 126 000 Fässer mit Atommüll aus dem Bergwerk herausholen, das vollzulaufen und einzustürzen droht.

Die Pläne zur Bergung will BfS-Präsident König dem Rat der Stadt Salzgitter einem Verwaltungssprecher zufolge am 15. März erläutern. König war von allen Ratsfraktionen nach Salzgitter eingeladen worden. Der Rat und Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) hatten im vergangenen Monat Überlegungen kritisiert, die Asse-Abfälle in das geplante Endlager Konrad zu bringen. Die Kommunalpolitiker lehnen ein neues Genehmigungsverfahren für Schacht Konrad strikt ab. Die ehemalige Eisenerzgrube darf laut Planfeststellungsbeschluss bis zu 303 000 Kubikmeter schwach und mittelradioaktiven Müll aufnehmen. Für die Abfälle aus dem maroden Bergwerk Asse müsste die Genehmigung erweitert werden.

Von den ohnehin geplanten Atommülltransporten ins Endlager Schacht Konrad gehen dem BfS zufolge keine Gefahren für Menschen und Umwelt aus. Dies gelte sowohl für normale Transporte als auch für den Fall nicht auszuschließender Transportunfälle, sagte ein BfS-Sprecher am Donnerstag. Er berief sich dabei auf eine aktuelle Sicherheitsanalyse der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS). Diese «Transportstudie Konrad 2009» bestätige Berechnungen, die bereits 1991 von der GRS vorgelegt worden seien. Die neue Studie zeige, dass die zusätzliche Strahlenbelastung für direkte Anwohner der Transportstrecke höchstens 0,02 Millisievert pro Jahr betrage. Das seien zwei Prozent des geltenden Grenzwertes von einem Millisievert. Auch für das Transportpersonal bleibe die Strahlendosis so gering, dass in der Regel keine zusätzlichen Überwachungs- oder Schutzmaßnahmen erforderlich seien, erklärte das BfS.

Remlingen/Hildesheim (ddp-nrd)