Atomkraftgegner protestieren vor Regierungssitz von Mappus: Etwa 50 Atomkraftgegner haben am Mittwoch vor der Villa Reitzenstein gegen die Atompolitik der baden-württembergischen Landesregierung protestiert. Die Aktivisten zogen mit einem Banner mit der Aufschrift «Mappus, behalt Deinen Müll!» vor den Regierungssitz von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), wie der Anti-Atom-Aktivist Jochen Stay sagte.
Vergrößern Atomkraftgegner protestieren vor Regierungssitz von Mappus | Bild: © ddp

Mappus fahre einen «aggressiven Pro-Atom-Kurs», indem er sich für 15 Jahre längere Laufzeiten der Atommeiler einsetze.

Zudem stellten die Atomkraftgegner 126 schwarz-gelbe Fässer vor der Villa Reitzenstein auf und trommelten auf diesen herum. Jedes der Fässer stehe für tausend echte strahlende Atommüllfässer, die im Atommülllager Asse II in Niedersachsen bereits gelagert seien, teilte die Anti-Atom-Organisation mit der Bezeichnung Anti-Atom-Organisation «.ausgestrahlt» mit. An der Aktion beteiligten sich auch Bürgerinitiativen der niedersächsischen Atommüll-Standorte Lüchow-Dannenberg, Schacht Konrad und Asse II.

Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg sagte, Mappus wolle «massive Laufzeitverlängerungen für die Atomkraftwerke», den «hochgiftigen und strahlenden Atommüll» wolle er aber nach Norddeutschland abschieben. Mappus sei nicht bereit, in Baden-Württemberg nach einem geeigneten Endlagerstandort zu suchen, kritisierte Ehmke.

«Bisher ist kein Gramm Atommüll sicher entsorgt», sagte Stay. Deswegen forderte er die sofortige Abschaltung aller Atommeiler. Deutschland produziere bereits soviel Stromüberschüsse, dass dies durch andere Energieträger wieder ausgeglichen werden könne.

ddp