Völklingen (dapd-rps).
Der seit mehr als 20 Jahren in der Auvergne lebende Jöken war bei der aktuellen Ausstellung 'Asterix & Die Kelten' zu Gast und sprach in der Gebläsehalle des Industriedenkmals über die Herausforderung, Witze zu übersetzen. Die im Titel seines Vortrags aufgeworfene Frage 'Kann man Asterix übersetzen?' beantwortete der studierte Historiker mit einem eingeschränkten Ja.
'Es gibt Wortspiele, die kann man nicht übersetzen. Beim Barden Troubadix heißt es im Original: wenn der singt, fängt es an zu regnen', erläuterte Jöken. Dieses Sprichwort existiere im Deutschen aber nicht. Daher müsse er sich in dieser Szene etwas einfallen lassen, um den Text auch im Deutschen fließend zu gestalten.
'Ich bin im selben Jahr wie das Asterix-Comic geboren und mit diesen aufgewachsen', erklärte der 53-Jährige sein Faible für die französische Kultfigur. Nachdem er bei einem kleinen Verlag eher zufällig zum Comicübersetzen gekommen sei, habe er später Asterix-Filmbücher ins Deutsche übertragen. Gegen drei Mitbewerber musste sich Jöken durchsetzen, um auch die Comics übersetzen zu dürfen. Mittlerweile macht er das seit acht Jahren. Zuletzt arbeitete er am Jubiläumsband 'Asterix und Obelix feiern Geburtstag'.
'Ich kann einen Band in vier Tagen übersetzen. Aber danach benötige ich sechs bis acht Wochen, um das Comic neu zu schreiben', verriet er. 'Ich überlege bei jedem einzelnen Satz hin und her, denn ich habe den Anspruch, noch witziger zu sein als das Original.' Dafür legt sich der aus Kleve am Niederrhein stammende Frankreich-Fan Wortlisten an, um sich eine Auswahl an Synonymen zu schaffen.
Manche Einfälle kommen aber auch mitten in der Nacht und werden dann sofort notiert. Das daraus entstandene Manuskript wird mit dem Verlag abgestimmt, damit Österreicher und Schweizer die Pointen des Norddeutschen verstehen. 'Wird nur ein Wort falsch benutzt oder übersetzt, kommen böse Leserbriefe', berichtete der Sprachexperte.
Besondere Herausforderungen seien Redewendungen mit Zahlen, da diese meist nicht in beiden Sprachen zugleich verwendet würden und auf Zeichnungen zugespitzte Sätze. 'An den Bildern kann man als Übersetzer überhaupt nichts verändern. Man muss mit diesen arbeiten und kann nur mit Worten die Geschichte übertragen', sagte Jöken. Es gebe auch inhaltliche Vorgaben für die Witze: 'Kein Sex, keine Politik und keine unflätigen Ausdrücke.'
Neben den Asterix-Comics übersetzt Jöken auch die Abenteuer des Lucky Luke. 'Asterix ist jedoch das Höchste, es gibt nichts Schwierigeres. Denn das besondere daran ist, dass er von allen gelesen wird. Von Kindern und Erwachsenen, von Akademikern und Menschen mit einfachem Schulabschluss', sagte Jöken. Daher müsse er für alle etwas hineinpacken. 'Ob mir das dann gelungen ist, entscheiden am Ende die Leser.' Wann diese sich über den nächsten Band freuen können, wollte oder konnte er jedoch nicht verraten. 'Ich habe gehört, dass bereits daran gearbeitet wird. Wir dürfen gespannt sein.'
dapd


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