«Unter Androhung der Exkommunikation wird hier allen Bischöfen die Geheimhaltung von Pädophiliefällen befohlen», sagt Uta Ranke-Heinemann. Was die Hilfe für die Betroffenen angehe, finde sich in den Schreiben, die der deutschen Öffentlichkeit unbekannt seien, nichts.
Während Kirchenkritiker das Dokument als systematische Strategie zur Vertuschung sexuellen Misssbrauchs einstufen, argumentiert man von Kirchenseite anders: Das Dokument beziehe sich ausschließlich auf das kirchenrechtliche Verfahren gegen Priester, heißt es beispielsweise auf kath.net. In keiner Weise würde das Dokument anordnen, die Arbeit staatlicher Sicherheits- und Justizbehörden zu behindern.
Mit dem Dokument De delictis gravioribus («Von den schwersten Verbrechen») aus dem Jahre 2001 wurde die Schrift Crimen sollicitationis Ranke-Heinemann zufolge nicht einfach aktualisiert, sondern noch verstärkt. Kirchenkritiker fordern den Papst seit Jahren dazu auf, das Dokument zurückzunehmen.
ddp/prb/ple

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