Augsburg (ddp-bay). Der Ankauf der «Bibliothek der verbrannten Bücher» für die Universitätsbibliothek Augsburg steht nach Ministeriumsangaben kurz vor dem Abschluss. «Aus unserer Sich steht einem zügigen Abschluss der Verhandlungen nichts im Wege», teilte Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) am Donnerstag mit. Finanziert werde der Ankauf des «bedeutenden Zeitzeugnisses» durch die Universität und die Stadt Augsburg, private Spendengelder, die Landeszentrale für politische Bildung, die Bayerische Landesstiftung sowie das Kunstministerium.

Der Münchner Georg Salzmann sammelt seit mehr als 30 Jahren Erstausgaben jener Schriftsteller, die bei den Bücherverbrennungen im Mai 1933 auf den Schwarzen Listen der Nazis standen. Damals wurden die Werke jüdischer, marxistischer und pazifistischer deutschsprachiger Schriftsteller öffentlich verbrannt, um ihr Werk aus dem Gedächtnis der Menschen zu streichen. Die Bibliothek umfasst etwa 14 500 Bände. Etwa 80 Autoren sind in Salzmanns Archiv fast vollständig oder lückenlos dokumentiert, weitere 30 Autoren zumindest mit ihren wichtigsten Werken. Salzmanns Voraussetzung für einen Verkauf war, dass jeder sie frei einsehen kann.

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