Angeklagte in Chemnitzer Rentnermordprozess belastet ihren Vater: Vier Slowaken müssen sich seit Freitag wegen der Tötung eines Chemnitzer Rentners im September 2009 vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. Dabei hat eine 25-jährige Frau ihren Vater und einen weiteren mitangeklagten Familienangehörigen schwer belastet. Der Vater habe den Mann durch mehrere Stiche mit einem Schraubenzieher getötet.
Vergrößern Angeklagte in Chemnitzer Rentnermordprozess belastet ihren Vater | Bild: © ddp

Es tue ihr leid, dass sie gegen den Vater und aussagen müsse, aber «sie haben es getan», sagte Brigita D.

Die Prostituierte wiederholte damit ihre Angaben aus dem ersten Prozess gegen sie und ihre Tante Maria P., der am 12. Juli gleich wieder ausgesetzt worden war. Das Gericht wollte gegen die beiden Frauen und die ebenfalls in dieser Sache angeklagten Männer gemeinsam verhandeln. Brigita D. war im November 2009 in Deutschland verhaftet worden. Die drei anderen wurden im April von der Slowakei ausgeliefert.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Frauen gemeinschaftlichen Diebstahl und Totschlag durch Unterlassen sowie Miroslav D. und Jiri H. gemeinschaftlichen Diebstahl und Mord vor. Um an Bargeld zu kommen, hätten die vier auf Vorschlag von Brigita D. den Diebstahl einer Geldkassette bei deren 76-jährigem Freier beschlossen. Dabei hätten die beiden Frauen das spätere Opfer sexuell abgelenkt. Als dieses den Vorfall bemerkt habe, sei es zur Auseinandersetzung zwischen den Männern gekommen. Der Rentner sei an seinen schweren Verletzungen gestorben. Ihm war der Schädel zertrümmert worden. Außerdem erlitt er drei Stiche ins Herz.

Brigita D. räumte lediglich ein, auf die Frage ihrer Verwandten nach Geld-Leuten in Chemnitz den Tipp mit der Kassette gegeben zu haben. Ihr tue das Geschehene leid, sagte sie unter Tränen. Sie habe in der fraglichen Nacht vom Vater mehrmals verlangt, die Kassette zurückzubringen, bevor es zu der Tat kam. Maria P. bestätigte die Angaben.

Nachdem die Männer zunächst nicht aussagen wollten, kündigte Miroslav D. am Ende des ersten Verhandlungstages doch eine Einlassung an. Der Prozess wird nächsten Freitag fortgesetzt. Derzeit sind noch fünf Verhandlungstage anberaumt. Dabei sollen 28 Zeugen und drei Sachverständige gehört werden.

ddp