DJ UPDATE: Münchener-Rück-Tochter Ergo setzt auf weniger Marken (NEU: Unternehmensaussagen, Details, Hintergrund) Von Rüdiger Schoß DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones) Die Erstversicherungstochter Ergo der Münchener Rück will sich auf wenige Marken konzentrieren und besonders in Deutschland bekannte Namen durch die gemeinsame Marke ERGO ersetzen. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, werden die Marken Victoria und Hamburg-Mannheimer vom Markt verschwinden. Bereits Anfang kommenden Jahres werde bereits der Direktversicherer KarstadtQuelle Versicherungen in "Ergo Direkt Versicherungen" umbenannt. Mit diesem Schritt will der Konzern seine Außenwahrnehmung verbessern. "Mit unserem breiten Angebot an Versicherung, Vorsorge und Serviceleistungen bedienen wir seit langem alle Vertriebswege. Aber bislang machen unsere vielen verschiedenen Marken es dem Kunden schwer zu erkennen, dass diese große Palette aus einer Hand kommt", stellte ERGO in einem Mitarbeiterbrief fest. Eine Unternehmenssprecher sagte zu Dow Jones Newswires, nachdem die Entscheidung gefallen sei, müsse nun die Umsetzung ausgearbeitet werden. Im Direktversicherungsgeschäft sei "aufgrund der besonderen Situation" eine schnelle Namensänderung nötig, so die Ergo. Bei zahlreichen Kunden hatte der Zusammenbruch des Karstadt- und Quelle-Mutterkonzerns Arcandor für Verunsicherung gesorgt. Die Münchener-Rück-Tochter war deshalb mehrfach zu Klarstellungen genötigt, das bereits 2002 übernommene Versicherungsgeschäft habe mit dem Handelsgeschäft nur noch den Namen gemein. Sich überlappendes Geschäft der in den vergangenen Jahren zugekauften Versicherungen will der gemessen am Prämienaufkommen zweitgrößte deutsche Erstversicherer zusammenlegen. Im Schaden-Unfall-Segment werden die Sachversicherungen von Victoria, Hamburg-Mannheimer und D.A.S. unter dem Namen ERGO zusammengelegt. Bei den Spezialversicherern wird die Hamburg-Mannheimer Rechtsschutz in der D.A.S. aufgehen und die Victoria Kranken in der DKV. Mit der Zusammenlegung sei kein Stellenabbau geplant, teilte die Ergo mit. "Im selbstständigen Außendienst möchten wir daher noch mehr Vermittler gewinnen. Davon wird auch der Innendienst profitieren." Ein Sprecher sagte zu Dow Jones Newswires, die Zahl der Stellen werde wieder ausgebaut, wenn die Markenzusammenlegung wie gewünscht zu Prämienzuwächsen führe. Gegenwärtig versucht Vorstandsvorsitzende Torsten Oletzky, auch durch den Abbau von knapp 2.000 Stellen, die Kosten um 180 Mio EUR zu senken. Anfang November hatte der Finanzvorstand der Muttergesellschaft Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, Jörg Schneider, gesagt, das Ergo-Ziel sei unhaltbar, bis 2010 einen Gewinn von mehr als 900 Mio EUR zu erreichen. Diese Prognose stamme aus der Zeit vor der Finanzmarktkrise. Weiterhin werde aber am Ziel von 12% bis 15% Rendite auf das Eigenkapital (ROE) festgehalten. Webseite: www.ergo.de -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/has Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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