Düsseldorf (ddp-nrw). Mit einer Aktionswoche wollen Land und Wirtschaftsverbände Unternehmen Hilfe zur Selbsthilfe im Kampf gegen Produktpiraten und Markenfälscher geben. Der dreiste Raub innovativer Ideen gefährde kleine und mittlere Unternehmen teilweise in ihrer Existenz, teilte das Wirtschaftsministerium am Montag zum Start der Kampagne mit. Auf Informationsveranstaltungen in Bielefeld, Bochum, Düsseldorf und Solingen wolle man in dieser Woche Unternehmen Strategien gegen die Produktpiraterie vermitteln.
Ziel sei die Abwehr von Wirtschaftsspionage, zudem gehe es um mehr Informationen über Schutzrechte, moderne Techniken, um die Fälschungen zu verhindern, erfolgreiches Vorgehen gegen Patentschutzverletzungen sowie mögliche Schutzmaßnahmen auf Messen. Gefälscht würden längst nicht mehr nur Textilien, Sonnenbrillen oder Handtaschen. Der Fokus der Fälscher habe sich mittlerweile auf Medikamente, Produkte des täglichen Bedarfs, Ersatzteile und komplette Maschinen bis hin zu ganzen Industrieanlagen verlagert.
Den Originalherstellern entsteht den Angaben zufolge durch den branchenübergreifenden Ideenklau und das Abkupfern von Markenartikeln allein in Deutschland ein jährlicher Verlust von bis zu 30 Milliarden Euro. 70 000 Arbeitsplätze sollen dadurch schon vernichtet oder potenziell gefährdet sein.
Die deutsche Zollverwaltung hat ihre Kontrollintensität deshalb laut Wirtschaftsministerium im vergangenen Jahr noch einmal gesteigert. Dies führte zu einem Anstieg der Beschlagnahmung gefälschter Produkte um 40 Prozent. Der Wert der beschlagnahmten Waren stieg auf fast eine halbe Milliarde Euro.
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