Mit einem Ultimatum wollen die Europäer weitere Zugeständnisse Griechenlands für ein neues Rettungsprogramm erzwingen. Analyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) schrieb, der Dax werde den Angriff auf die 7.000-Punkte-Marke wohl auf die kommende Woche vertagen. Die "griechische Hängepartie" lasse kaum große Kauflaune aufkommen und sorge bei vielen Marktteilnehmern für Zurückhaltung oder sogar Gewinnmitnahmen. Sein Kollege Gregor Kuhn von IG Markets vermisst bisher eine schriftliche und damit verbindliche Zusage der Griechen. "Zu oft reduzierten sich ambitionierte Reformprogramme der Vergangenheit auf bloße Absichtserklärungen", gab er zu bedenken. Vor diesem Hintergrund sei die Skepsis der Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und Europäischer Union groß.
Unternehmensnachrichten waren in Deutschland vor dem Wochenende dünn gesät. "An Konjunkturdaten könnte allenfalls das von der Universität Michigan erhobene amerikanische Verbrauchervertrauen heute Nachmittag für etwas Bewegung sorgen", sagte LBBW-Experte Bader.
BANKEN VERLIEREN - STUDIEN HELFEN DAIMLER UND INFINEON
Bei den Bankenaktien sorgten die Verzögerungen bei Griechenlands Rettung für deutliche Verluste. Die Titel der Commerzbank büßten am Dax-Ende 3,78 Prozent auf 2,089 Euro ein. Für die Papiere der Deutschen Bank ging es um 2,14 Prozent auf 34,120 Euro bergab. Eine Hochstufung der US-Bank Goldman Sachs ließ hingegen die Aktien des Halbleiterkonzerns Infineon um 1,81 Prozent auf 7,590 Euro steigen, womit die Titel die Dax-Spitze eroberten.
Im MDax verloren die Fraport-Aktien nach wenig inspirierenden Verkehrszahlen für den Januar 0,13 Prozent auf 45,065 Euro. Der Frankfurter Flughafenbetreiber ist dank des zunächst milden Winterwetters mit einem deutlichen Passagierplus ins neue Jahr gestartet. Im Frachtgeschäft zeigte die Entwicklung hingegen nach unten.
RHÖN-KLINIKUM LEIDEN UNTER AUSBLICK
Für die Anteilsscheine von Rhön-Klinikum ging es um 3,15 Prozent auf 14,775 Euro bergab. Händler zeigten sich davon enttäuscht, dass der Klinikbetreiber, der den Zuschlag der Stadt Wiesbaden für eine Minderheitsbeteiligung an den Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken erhalten hatte, deshalb für 2012 mit einem rückläufigen Überschuss rechnet. Der Teilverkauf ist zudem noch nicht in trockenen Tüchern, denn ein anlaufendes Bürgerbegehren gegen den Verkauf könnte die Unterschrift um entscheidende Wochen hinauszögern.
Die Aktien von Sky Deutschland stiegen indes nach einer positiv aufgenommenen Kapitalerhöhung an der MDax-Spitze um mehr als 4 Prozent. Börsianer lobten, mit der Maßnahme habe der Bezahlsender schon mehr als die Hälfte des 300 Millionen Euro neuen Kapitals eingenommen, die er bis Ende September anstrebe. Analyst Harald Heider von der DZ Bank sprach von einer "erfolgreichen Platzierung" und sieht Sky damit auch finanziell gut aufgestellt für den anstehenden Verkauf der Bundesligarechte.
Die Solarwerte profitierten von starken Branchenvorgaben aus den USA. Dort hatten laut Händlern Spekulationen auf eine steigende chinesische Nachfrage für Solarkollektoren eine Kursrally bei den dort börsennotierten Solarunternehmen ausgelöst. Im TecDax legten Centrotherm und Solarworld um über 5 respektive über 4 Prozent zu.


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