Aktien Frankfurt: Dax deutlich im Minus - Sorgen um neuen Streit in Griechenland: FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Sorgen um neue Querelen wegen des griechischen Sparpakets haben den Dax  am Freitag deutlich absacken lassen. Der deutsche Leitindex weitete seine Verluste aus und büßte am Nachmittag 1,79 Prozent auf 6.667,07 Punkte ein. Damit steuert er auch auf ein Wochenminus von gut anderthalb Prozent zu, womit die vorangegangene Rekordserie von sieben Gewinnwochen zu Ende gehen dürfte. Für den MDax  ging es um 1,41 Prozent auf 10.210,52 Punkte nach unten. Der TecDax  sank dank starker Solarwerte nur um moderate 0,34 Prozent auf 770,62 Punkte. Auch der Euro gab deutlich nach.
Vergrößern Aktien Frankfurt: Dax deutlich im Minus - Sorgen um neuen Streit in Griechenland | Bild: © ad-hoc-news

Marktexperten verwiesen darauf, dass die rechtsgerichtete Laos-Partei nicht für das mit der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds beschlossene Sparpaket stimmen will. Sie ist die kleinste der drei an der Regierung beteiligten Parteien. Die beiden anderen - die sozialistische Pasok und die konservative Nea Dimokratia - haben auch ohne Laos eine große Mehrheit im Parlament. Allerdings gibt es wohl vor allem auch in der Pasok eine Reihe möglicher Abweichler.

Für Markus Huber, Aktienhändler bei ETX Capital, "haben sich die Dinge in den letzten 24 Stunden dramatisch geändert". Der Optimismus vieler Börsianer, dass die Griechen und Europa sich bald einig würden und ein Staatsbankrott abgewendet werde, habe merklich nachgelassen. Unternehmensnachrichten waren in Deutschland vor dem Wochenende dünn gesät. "An Konjunkturdaten könnte allenfalls das von der Universität Michigan erhobene amerikanische Verbrauchervertrauen noch für etwas Bewegung sorgen", sagte Analyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

BANKEN VERLIEREN - STUDIEN HILFT INFINEON

Bei den Bankenaktien sorgten die Verzögerungen bei Griechenlands Rettung für deutliche Verluste. Die Titel der Commerzbank büßten am Dax-Ende 7,32 Prozent auf 2,012 Euro ein. Für die Papiere der Deutschen Bank ging es um 4,98 Prozent auf 33,130 Euro bergab. Eine Hochstufung der US-Bank Goldman Sachs ließ hingegen die Aktien des Halbleiterkonzerns Infineon um 1,15 Prozent auf 7,541 Euro steigen, womit die Titel den zweiten Platz im Dax eroberten.

Im MDax verloren die Fraport-Aktien nach wenig inspirierenden Verkehrszahlen für den Januar 0,98 Prozent auf 44,685 Euro. Der Frankfurter Flughafenbetreiber ist dank des zunächst milden Winterwetters mit einem deutlichen Passagierplus ins neue Jahr gestartet. Im Frachtgeschäft zeigte die Entwicklung hingegen nach unten.

RHÖN-KLINIKUM LEIDEN UNTER AUSBLICK

Für die Anteilsscheine von Rhön-Klinikum ging es um 3,21 Prozent auf 14,765 Euro bergab. Händler zeigten sich davon enttäuscht, dass der Klinikbetreiber, der den Zuschlag der Stadt Wiesbaden für eine Minderheitsbeteiligung an den Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken erhalten hatte, deshalb für 2012 mit einem rückläufigen Überschuss rechnet. Der Teilverkauf ist zudem noch nicht in trockenen Tüchern, denn ein anlaufendes Bürgerbegehren gegen den Verkauf könnte die Unterschrift um entscheidende Wochen hinauszögern.

Die Aktien von Sky Deutschland stiegen indes nach einer positiv aufgenommenen Kapitalerhöhung an der MDax-Spitze um gut fünf Prozent. Börsianer lobten, mit der Maßnahme habe der Bezahlsender schon mehr als die Hälfte des 300 Millionen Euro neuen Kapitals eingenommen, die er bis Ende September anstrebe. Analyst Harald Heider von der DZ Bank sprach von einer "erfolgreichen Platzierung" und sieht Sky damit auch finanziell gut aufgestellt für den anstehenden Verkauf der Bundesligarechte.

Die Solarwerte profitierten von starken Branchenvorgaben aus den USA. Dort hatten laut Händlern Spekulationen auf eine steigende chinesische Nachfrage für Solarkollektoren eine Kursrally bei den börsennotierten Solarunternehmen ausgelöst. Im TecDax legten SMA Solar und Centrotherm um 3,42 respektive 2,88 Prozent zu.