Aktien Frankfurt Ausblick: Schwächer erwartet - EU-Gipfel im Fokus: FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Montag vor dem anstehenden EU-Gipfeltreffen etwas leichter in die neue Handelswoche starten. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex  stand am Morgen bei 6.471 Punkten und damit um 0,63 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Freitag, als das Kursbarometer das sechste Wochenplus in Folge erzielt hatte. Die Vorgaben sind leicht negativ: Die US-Futures gaben seit Freitag etwas nach und auch in Asien tendierten die Börsen am Morgen überwiegend schwächer.
Vergrößern Aktien Frankfurt Ausblick: Schwächer erwartet - EU-Gipfel im Fokus | Bild: © ad-hoc-news

Da es am Wochenende kaum Fortschritte in der griechischen Schuldendiskussion gegeben habe, fehle dem EU-Gipfel an diesem Montag auch ein freundlicher Gesprächsimpuls, kommentierte Chris Weston von IG Markets. Nichtsdestotrotz geht der Händler davon aus, dass es in dieser Woche zu einer Einigung kommen wird. Bevor sich die EU-Regierungschefs zum Gipfel treffen, könnte zunächst die Abstufung von fünf Euro-Ländern, darunter Spanien und Italien, durch Fitch für Gesprächsstoff sorgen. Immerhin stehen in Italien am Vormittag Anleihe-Auktionen auf der Agenda.

HOCHTIEF-VERLUST 2011 HÖHER ALS ERWARTET

Um fast 2,5 Prozent nach unten ging es vorbörslich für die Aktien von Hochtief . Händler begründeten dies mit Aussagen zum Ausblick vom Wochenende, wonach der Verlust im abgelaufenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf die Australien-Tochter Leighton höher als erwartet ausfallen wird. Der Baukonzern rechnet nun für 2011 mit einem Minus vor Steuern von etwa 130 Millionen Euro. Bisher war das Unternehmen von einem Minus im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ausgegangen. Der Konzernverlust soll bei 160 Millionen Euro (bisher 100 Millionen Euro) liegen. Seine Prognose für einen operativen Gewinn im Jahr 2012 hat Hochtief allerdings bestätigt.

Aktien der Deutschen Bank haben wegen eines negativen "Spiegel"-Berichts vorbörslich um rund zwei Prozent nachgegeben. Demnach ermittelt die US-Börsenaufsicht SEC gegen die größte deutsche Bank im Zusammenhang mit der Verbriefung und dem Verkauf von faulen Immobilienkredite im Jahr 2007. Die Bank selbst teilte dazu mit, dass es wegen der Geschäfte vor der Finanzkrise viele Verfahren gibt. Die Bank habe wie viele anderen Institute Auskunftsersuchen von verschiedenen Behörden erhalten. Sie kooperiere mit den Ermittlungsbehörden, sagte ein Sprecher, der noch darauf verwies, dass die Deutsche Bank in dem Zusammenhang mit den im Spiegel genannten Geschäften nicht angeklagt worden ist.

SIEMENS MIT PHILIPS-ZAHLEN IM BLICK

Siemens-Aktien dürften indes wegen Aussagen von Philips kritisch beäugt werden. Der niederländische Elektronikkonzern ist im Schlussquartal stärker in die roten Zahlen gerutscht als befürchtet. Ein schwaches Geschäft in Europa, Verschiebungen bei Lieferungen in der Gesundheitstechnik und ein Lagerabbau im Lichtgeschäft hätten auf dem Quartal gelastet, sagte Vorstandschef Frans van Houten am Montag in Amsterdam. Siemens konkurriert im Bereich Lichttechnik und in der Medizintechnik mit dem niederländischen Konzern. Auf den ersten Blick wollte ein Händler jedoch keine klaren Schlüsse für Siemens ziehen.

Auch einige Umstufungen wirkten sich im Dax vorbörslich kursbewegend aus. Nach Händlerangaben haben die Experten von Morgan Stanley ihre Einschätzungen im Versorgersektor überarbeitet. RWE wurde demnach von "Equal-weight" auf "Overweight" hochgestuft, was den Papieren bei L&S mit rund 0,5 Prozent ins Plus verhalf. Das Votum für die Eon-Titel dagegen wurde nach den Informationen des Händlers auf "Equal-weight" abgestuft. Sie gaben vorbörslich etwas mehr als ein Prozent nach.