Aktien Frankfurt Ausblick: Moderate Verluste - Weiter keine Greichenland-Lösung: FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt wird am Montag nach der jüngsten Kursrally wohl mit moderaten Verlusten in den Handel starten. Die weiter fehlende Lösung für Griechenland dürfte die Stimmung wieder eintrüben, sagte Analyst Stan Shamu von IG Markets. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex  stand am Morgen bei 6.741 Punkten und damit 0,38 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Freitag, als er mit einem Wochenplus von knapp 4 Prozent geschlossen hatte. Mit der siebten Gewinnwoche in Folge hatte das Börsenbarometer zudem die beste Entwicklung seit Anfang 2007 hingelegt. Die Agenda zum Wochenstart ist nur dünn gefüllt.
Vergrößern Aktien Frankfurt Ausblick: Moderate Verluste - Weiter keine Greichenland-Lösung | Bild: © ad-hoc-news

Die Beratungen der griechischen Regierung mit den Chefs der Parteien über die Rettung des vom Staatsbankrott bedrohten Euro-Landes sind am Sonntagabend ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen und sollen am heutigen Montag fortgesetzt werden. Die Vorgaben aus Übersee sind insgesamt negativ: Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial bröckelte etwas ab und verlor zuletzt 0,34 Prozent seit dem Xetra-Schluss vor dem Wochenende. In Asien präsentierten sich die wichtigsten Börsen am Morgen uneinheitlich.

LUFTHANSA VON STREIK IN FRANKREICH BELASTET

Die Lufthansa-Titel gaben im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um knapp ein Prozent nach. In Frankreich haben mehrere Gewerkschaften das Bodenpersonal an Flughäfen, aber auch Piloten und Flugbegleiter zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Protestiert wird gegen Pläne der französischen Regierung, das Streikrecht an Flughäfen zugunsten der Reisenden stark einzuengen. Die Streikmaßnahmen könnten einem Händler zufolge den gesamten Flugverkehr in Europa beeinträchtigen und dürften damit auch die Titel des deutschen Branchenprimus belasten.

Dagegen zeigten sich die Gea-Titel nach der Zahlenvorlage fest. Der Maschinenbau-Konzern hat sich nach einem unerwartet deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung im vergangenen Jahr auch für 2012 ein kräftiges Wachstum vorgenommen. Der Auftragseingang dürfte demnach bis zu fünf Prozent und der Umsatz um mindestens fünf Prozent zulegen, teilte der Konzern am Morgen zusammen mit vorläufigen Zahlen für 2011 mit. Ein Händler sagte: "Die Zahlen liegen alle etwas über den Erwartungen und auch der Auftragseingang überrascht positiv." Die Aktien seien allerdings auch schon sehr gut gelaufen und habe seit Mitte Dezember um rund 30 Prozent zugelegt.

DOUGLAS VORBÖRSLICH SEHR FEST

Für die Aktien von Douglas ging es nach einer Stimmrechte-Mitteilung um viereinhalb Prozent nach oben. Die Papiere profitierten laut Börsianern von einer Stimmrechte-Mitteilung. Der ungeliebte Mit-Aktionär Erwin Müller, Inhaber der gleichnamigen Drogeriekette, der gut zehn Prozent an dem Handelskonzern hält, kann sich über Derivate den Zugriff auf eine Sperrminorität von über 25 Prozent sichern. Die entsprechende Mitteilung vom Freitagabend vergangener Woche ist Folge seit dem 1. Februar geltender neuer rechtlicher Bestimmungen. Ein Börsianer sagte: "Damit könnte Müller eine Übernahme durch andere Interessenten wie die Gründerfamilie Kreke mit Finanzinvestoren verhindern. Oder er könnte selber aktiv werden oder den Preis nach oben treiben wollen. Jedenfalls sollte die Mitteilung nochmal Fantasie in den Kurs bringen." Auch ein weiterer Händler rechnet mit Kursgewinnen der Aktie.

Dagegen gaben die Aktien von Sky Deutschland nach der jüngsten Kursrally vorbörslich um mehr als ein Prozent nach. Händler verwiesen auf einen Bericht im "Spiegel", dem zufolge die Deutsche Telekom selbst für exklusive Bundesliga-Übertragungsrechte via Satellit und Kabel bieten wolle. Dies könnte zu einem Bieterkrieg mit dem Bezahlsender führen. "Das war schon vergangene Woche zu hören, aber die Sky-Aktien haben zuletzt von guten Abonnentenzahlen profitiert", kommentierte ein Händler. Ein Bieterkrieg mit der Telekom könnte teuer werden, weshalb er den Anlegern mit Blick auf die Sky-Aktie rate, abzuwarten. An den letzten beiden Tagen vor dem Wochenende hatte das Papier nach guten Zahlen und positiven Analystenkommentaren um insgesamt gut 30 Prozent zugelegt.