Die Entwicklung des Dax dürfte wieder wesentlich von Aussagen europäischer Repräsentanten geprägt werden, sagte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Mit einem Ultimatum wollen die Europäer neue Zugeständnisse Griechenlands für ein neues Rettungsprogramm erzwingen. Die Vorgabe ist leicht negativ: Der Future auf den Dow Jones Industrial verlor 0,33 Prozent seit dem Xetra-Handelsschluss am Vorabend. Die asiatischen Börsen tendierten nach etwas enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus China ebenfalls leichter. Die Agenda hat sich im Vergleich zu den vergangenen Tagen etwas gelichtet. Unternehmensnachrichten sind in Deutschland vor dem Wochenende dünn gesät. Am Nachmittag könnten noch US-Daten für Impulse sorgen.
VERKEHRSZAHLEN VON FRAPORT
Der Elektrokonzern Siemens hat seine am Donnerstagvormittag angekündigten Optionsanleihen am Abend erfolgreich platziert. Das Gesamtvolumen habe bei drei Milliarden US-Dollar gelegen, teilte das Unternehmen mit. Angestrebt hatte Siemens einen Betrag von bis zu drei Milliarden (2,26 Mrd Euro). Der Ausübungspreis liegt bei 104,0018 Euro je Aktie. Insgesamt ergeben sich aus der Emission damit Optionsrechte auf rund 21,7 Millionen Siemens-Aktien. Beim Broker Lang & Schwarz gaben die Aktien vorbörslich etwas nach.
Die Aktien von Fraport legten indes nach Verkehrszahlen für den Januar moderat zu. Der Frankfurter Flughafenbetreiber ist dank des zunächst milden Winterwetters mit einem deutlichen Passagierplus ins neue Jahr gestartet. Im Frachtgeschäft zeigte die Entwicklung hingegen nach unten. Börsianer sprachen von insgesamt kaum bewegenden Zahlen. Während das Passagierwachstum am Frankfurter Flughafen ein wenig besser ausgefallen sei als erwartet, sehe die Entwicklung im Frachtgeschäft schwach aus.
SKY DEUTSCHLAND ERHÖHT KAPITAL
Der Bezahlsender Sky Deutschland hat bei seiner Kapitalerhöhung 155,8 Millionen Euro eingenommen. Die knapp 71 Millionen neue Aktien seien zu 2,20 Euro angeboten worden, teilte das zum Medienimperium von Rupert Murdoch gehörende Unternehmen am Vorabend mit. Händler bewerteten die Nachricht positiv. Mit der Maßnahme habe das Unternehmen schon mehr als die Hälfte der 300 Millionen neuen Kapitals eingenommen, die es bis Ende September anstrebe. Vorbörslich sanken die Papiere um gut anderthalb Prozent.
Die Aktien von Rhön-Klinikum gaben vorbörslich leicht nach. Am Vorabend nach Börsenschluss hatte die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit dem Verkauf des Minderheitsanteils der Dr. Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) an den Krankenhausbetreiber zugestimmt. Der Teilverkauf ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern, denn ein anlaufendes Bürgerbegehren gegen den Verkauf könnte die Unterschrift um entscheidende Wochen hinauszögern. Mit der Übernahme strebt das Unternehmen einen weiteren Umsatzzuwachs an. Zunächst wird die defizitäre Klinik aber eine Belastung für den MDax-Konzern . Der Konzerngewinn werde 2012 auf 145 Millionen Euro zurückgehen, hieß es. Händler zeigten sich von dem Ausblick auf den ersten Blick enttäuscht.


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