Gegen 8.45 Uhr stiegen die Aktien des Börsenbetreibers beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz (L&S) um 0,74 Prozent auf 51,68 (Xetra-Schluss: 51,30) Euro. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax gewann zugleich 0,65 Prozent.
GERINGERE KOSTEN STÜTZEN ERGEBNISSE
Ein Händler sagte, die über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen hätten vor allem von geringeren Kosten durch Sondereffekte profitiert und die Ergebnisseite damit positiv beeinflusst. Die Umsätze hätten den Prognosen entsprochen. Er hob zudem hervor, dass die Kostenprognose für 2010 präzisiert und damit letztlich gesenkt worden sei. Statt eines "Unterschreitens" der ursprünglichen Kostenprognose von 1,21 Milliarden Euro vor Restrukturierungsaufwendungen sei nun von erwarteten Kosten in Höhe von 1,15 Milliarden Euro gesprochen worden. "Dieser positive Effekt könnte aber von der Warnung des Börsenbetreibers vor weiteren Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Kauf der US-Optionsbörse ISE überschattet werden, meinte er.
Auch Analyst Christian Muschick vom Finanzhaus Silvia Quandt sprach von "insgesamt überraschend positiv" ausgefallen Zahlen, die besonders auf der Kostenseite überzeugt hätten. Allerdings, so schränkte er ein, sei es nicht auszuschließen, dass Kosten in das Jahr 2011 verschoben würden, um den Zinsdeckungsgrad über dem 16-fachen des EBITDA zu halten. Im dritten Quartal lag er bei 16,7. Es gehört zu den Konzernzielen, stets einen Zinsdeckungsgrad von 16 sicherzustellen, um das sehr gute "AA"-Kreditrating für die auch als Bank operierende Tochter Clearstream nicht zu gefährden. Zur Warnung des Marktbetreibers vor weiteren Abschreibungen wegen des Kaufs der US-Optionsbörse ISE sagte er: "Am Markt gab es bereits Gerüchte darüber. Sie könnten sich nun wohl bestätigen." Allerdings geht er nicht davon aus, dass sie erneut um die 400 Millionen Euro liegen.
UBS BELÄSST AKTIE AUF 'BUY'
Analyst Arnauld Giblat von der Schweizer Großbank UBS verwies ebenfalls auf die aus Kostengründen besser als erwartet ausgefallenen Zahlen. Da die präzisierte Kostenprognose für 2010 aber nur fünf Millionen Euro unter seiner Prognose liege, seien die Kosten im dritten Quartal keine Überraschung. Die Warnung vor weiteren Abschreibungen wegen des Zukaufs der US-Optionsbörse ISE hat seines Erachtens keinen Einfluss auf die Bewertung der Aktie, die er auf "Buy" mit einem Kursziel von 73,00 Euro beließ.
Laut Analyst Alexander Hendricks von der Deutschen Bank entsprachen die vorgelegten Zahlen weitgehend seinen Erwartungen. Zu den Kosten für 2010 schrieb er, dass er mit 1,13 Milliarden Euro rechne.


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