AKTIE IM FOKUS 2: Software AG sehr schwach - Sorge um Datenbanksparte ETS: (Neu: aktualisierter Händlerkommentar, Analyst Commerzbank)
Vergrößern AKTIE IM FOKUS 2: Software AG sehr schwach - Sorge um Datenbanksparte ETS | Bild: © dpa

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien der Software AG haben am Dienstag nach der Vorlage der Zahlen kräftig an Wert verloren. Am Vormittag sackten die Papiere von Deutschlands zweitgrößtem Softwarehersteller als zweitschwächster TecDax-Wert um 4,90 Prozent ab auf 24,445 Euro. Anfang des Monats hatten die Darmstädter bereits vorläufige Geschäftszahlen veröffentlicht und damit die Markterwartungen mit weitem Abstand verfehlt. Daraufhin war der Aktienkurs um zeitweise mehr als ein Viertel eingebrochen. Die folgende Erholung wird nun aktuell gestoppt. Der TecDax lag nur 1,21 Prozent tiefer.

Die Darmstädter haben die Eckdaten für das vierte Quartal bestätigt und einen weiteren Umsatzrückgang im Stammgeschäft mit Großrechnersoftware angekündigt. Einige Händler nannten die etwas über den bisherigen Erwartungen liegenden endgültigen Zahlen leicht positiv, andere maßen dem wenig Bedeutung bei. Wichtig sei das weiter rückläufige Stammgeschäft mit Datenbanksoftware als entscheidender Belastungsfaktor. Indes will die Software AG die in Deutschland bewährten Vertriebsneuerungen bei der geplanten Offensive auch in den USA einführen. "Wir haben uns auf erfolgversprechende Themen konzentriert und die Quote der zum Abschluss gebrachten Transaktionen deutlich erhöht", sagte Finanzvorstand Arnd Zinnhardt der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

ANALYSTEN WEGEN ETS VORSICHTIG

Analyst Oliver Finger von der DZ Bank sieht die Zahlen "einen Tick besser als die vorläufigen" und den Ausblick in etwa im Rahmen seiner Erwartungen. Die angegebene Spanne sei aber eher weit und könnte einige Sorgen um die Visibilität der Software AG für den weiteren Geschäftsverlauf aufwerfen. Das gelte vor allem für die ETS-Sparte. Diese könnte stärker schrumpfen als bisher angenommen. Er blieb zunächst bei seiner Empfehlung "Buy".

Ein anderer Analyst sprach von "weiteren schlechten Nachrichten, zumal sich die Datenbanksparte ETS weiter im Rückwärtsgang befindet". Im Fokus sei nach der Vorveröffentlichung der Ausblick gewesen, der schwach ausgefallen sei und aus seiner Sicht die durchschnittlichen Analystenschätzungen für 2012 (Konsens) um fünf bis sechs Prozent drücken dürfte.

ZAHLEN TEILWEISE MODERAT POSITIV

Commerzbank-Analyst Thomas Becker ließ die Aktie auf "Add" mit einem Kursziel von 28,00 Euro. Der Softwarehersteller sei mit seinem Ausblick für 2012 auf der Gewinnseite einen Tick unter seinen Schätzungen geblieben. Er sehe aber keinen Grund, seine Prognosen anzupassen, wenngleich die Konsenserwartungen für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bis zu sieben Prozent Abwärtspotenzial beinhalteten.

Die endgültigen Zahlen seien ergebnisseitig etwas besser als die vorläufigen, bestätigte ein anderer Analyst. Er kritisierte allerdings die schwächeren Produktumsätze. Der Ausblick sei "vorsichtig".