AKTIE IM FOKUS 2: Drägerwerk sehr schwach - Prognose erneut angehoben: (Neu: Weitere Händleraussage, Bewertung und Kursziel der NordLB)
Vergrößern AKTIE IM FOKUS 2: Drägerwerk sehr schwach - Prognose erneut angehoben | Bild: © ad-hoc-news

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Papiere von Drägerwerk haben am Mittwoch ihre deutlichen Gewinne aus dem frühen Handel abgegeben und sind ins Minus gerutscht. Börsianer begründeten dies mit Gewinnmitnahmen nach einer überraschenden Prognoseanhebung für 2010, die die Papiere zwischenzeitlich um etwa 5 Prozent in die Höhe schnellen ließ. Zudem hätten einige Anleger nach der ersten Euphorie den Ausblick für 2011 skeptisch beurteilt und die Papiere entsprechend veräußert.

Gegen 16.05 Uhr fielen die Papiere des Medizin- und Sicherheitstechnik -Herstellers um 2,86 Prozent auf 65,99 Euro und setzten sich damit an das Ende des TecDax. Der Index der mittelgroßen Werte hingegen kletterte um 2,51 Prozent auf 800,66 Punkte.

Drägerwerk erhöhte einmal mehr seine Prognose für das laufende Jahr. Analyst Holger Fechner von der NordLB sprach vor allem mit Blick auf die angehobene Schätzung für die operative Marge von einer positiven Überraschung. Unter anderem dank der vorgenommenen Kosteneinsparungen seien die Geschäfte zuletzt gut gelaufen. Die Renditerwartung für 2010 hatte Drägerwerk bereits im Juni angehoben.

Zudem wies der Fachmann darauf hin, dass sich Drägerwerk im Mai durch neue Konditionen beim Kauf des 25-prozentigen Minderheitsanteils an der Medizinttechniksparte finanziellen Spielraum verschafft hatte. Die bis dato mit Siemens vereinbarte mögliche Nachzahlung von bis zu 50 Millionen Euro in bar wurde durch die Ausgabe einer Optionsschuldverschreibung mit Kaufrechten auf Vorzugsaktien ersetzt. Dadurch wurde die Liquidität des Unternehmens geschont. Fechner empfiehlt die Drägerwerk-Titel weiter zum Kauf. Sein Kursziel lautet unverändert 75,00 Euro.

'TURNAROUND-PROGRAMM VERBESSERTE DIE OPERATIVE VERFASSUNG'

Nach Ansicht von Analyst Marco Günther von der Hamburger Sparkasse ist es "schon erstaunlich, wie schnell und wie gut die Maßnahmen gegriffen haben, die das Unternehmen aus der Krise herausführen sollten". Das im Juni 2009 auf dem Weg gebrachte "Turnaround-Programm" habe die operative Verfassung und die Ertragslage deutlich verbessert. In den kommenden Jahren jedoch dürfte das Geschäft von Drägerwerk nicht mehr ganz so stark wachsen, sagte der Experte. Das Unternehmen selbst habe betont, dass sich viele positive Sondereffekte wie etwa die vorteilhafte Währungsentwicklung nicht wiederholen dürften.

Die Aussagen zum Geschäftsjahr 2011 könnten indes einige Anleger enttäuscht haben, meinte ein Börsianer. So rechnet Drägerwerk nun nicht mehr damit, die diesjährige Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern übertreffen zu können. Daraufhin hätten manche Investoren Kasse gemacht.