Ein Aktenfund im Bundesamt für Strahlenschutz hatte zuletzt für neuen Streit über das mögliche Endlager Gorleben in der großen Koalition gesorgt. Demnach hatten Experten der Strahlenschutzbehörde Mitte 1983 eine Bewertung der Sicherheit Gorlebens «wegen Unsicherheit in Bezug auf Eignungsaussagen» abgelehnt. Auf Druck des Kanzleramtes sei es nach Aussagen eines ehemaligen Abteilungsleiters des Bundesamtes für Strahlenschutzes dann doch zu einer weit günstigeren Aussage für den Salzstock Gorleben als möglichem Endlager gekommen.

Gabriel wiederum bezweifelte, dass Merkel den Standort Gorleben nun «ergebnisoffen» prüfen wolle. Wer sich auf den Standort Gorleben versteife und keine Alternativen in seine Prüfung einbeziehe, agiere nicht ergebnisoffen. Aktuell gilt für Gorleben noch ein Stopp der Erkundung, den der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) 2001 verhängt hatte. Das Moratorium läuft nach Angaben des Bundesumweltministeriums im Oktober 2010 aus.

ddp/arh