DJ UPDATE2: Luftverkehr droht Streik der Fluglotsen (NEU: Aussagen der Deutschen Flugsicherung) Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES
NEU ISENBURG (Dow Jones) Die Luftfahrtindustrie muss sich auf neue Streiks einstellen. Vor dem Hintergrund der gescheiterten Verhandlungen mit der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hat die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) am Freitag Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen. In der nächsten Woche sind aber noch keine Streiks zu erwarten. "Wir wissen noch nicht, wie die Geschäftsführung der DFS auf unseren Beschluss reagiert", sagte GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang am Freitag Dow Jones Newswires. Die Geschäftsführung habe die Möglichkeit, einen Schlichter anzurufen. Sollte sie dies tun, werde es während der Zeit der Schlichtung keine Arbeitskampfmaßnahmen geben. Die Deutsche Flugsicherung teilte unterdessen mit, noch keine Entscheidung über die Reaktion auf die Streikankündigung getroffen zu haben. "Wir haben noch keine offizielle Streiknachricht der Gewerkschaft erhalten" begründete DFS-Sprecher Axel Raab die Zurückhaltung. Erst wenn diese vorliege, werde die Geschäftsführung über ihre Optionen entscheiden. Dies werde wohl frühestens am Montag der Fall sein. Die Deutsche Flugsicherung kann außer einem Schlichter auch ein Arbeitsgericht anrufen oder gar nicht reagieren und warten, was die Arbeitnehmer tun und so einen Streik in Kauf nehmen. "Wir halten den Streik für völlig ungerechtfertigt", sagte Raab weiter. Die Forderungen der Gewerkschaft seien nicht nachvollziehbar. Die Arbeitnehmer selbst würden für die Fluglotsen geringere Arbeitszeiten fordern, deren Belastung aufgrund des rückläufigen Verkehrsaufkommens gesunken sei. Welche Form des Arbeitskampfes die Gewerkschaft wählt, ist noch nicht entschieden. Dazu seien erst weitere Beratungen erforderlich, sagte GdF-Verhandlungsführer Vogelsang. Erst dann sei klar, wann, wo und wie lange die Fluglotsen ihre Arbeit niederlegen werden. Die internen Beratungen werden nach weiteren Angaben des Verhandlungsführers einige Tage in Anspruch nehmen. "Da Streiks außerdem vorbereitet werden müssen, sind Maßnahmen in der nächsten Woche unwahrscheinlich", sagte Vogelsang. Hintergrund des Konflikts zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind von den Fluglotsen geforderte Belastungsausgleiche. Die Belastungen der Lotsen sind abhängig vom Verkehrsaufkommen und von der Komplexität des Flugverkehrs. Je nach Belastung variieren Arbeitszeiten und Vergütungen der Lotsen. DFS und GDF hatten sich in ihren Tarifverhandlungen in den vergangenen Monaten nicht auf entsprechende Ausgleiche einigen können. Die Gewerkschaft will Zeitpunkt und Umfang ihrer Arbeitskampfmaßnahmen 24 Stunden vor Beginn bekannt geben. So genannte fliegerische Notfälle sind von Streiks aber nicht betroffen. Hierunter fallen humanitäre Flüge, Regierungsflüge und militärische Einsätze. Webseiten: www.gdf.de www.dfs.de
- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, 49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
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