Im Freistaat gebe es nur noch «einige schneefreie Flecken in Oberfranken», sagte Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntag in Offenbach. Bereits bis zum Samstag waren in Bayern zwischen einem und acht Zentimeter Neuschnee gefallen, zu denen bis Sonntag weitere ein bis zwei Zentimeter hinzukamen. In Garmisch-Partenkirchen wurde eine «Gesamtschneehöhe» von 9 Zentimetern gemessen, in Lenggries waren es 13 Zentimeter und in Immenstadt im Oberallgäu sogar 30 Zentimeter. Auf der Zugspitze beträgt die Schneehöhe den Angaben zufolge 1,80 Meter.
Bei einem Frontalzusammenstoß auf spiegelglatter Fahrbahn wurden am Samstag in der Nähe von Weiden in der Oberpfalz beide Autofahrer getötet. Bei den beiden Opfern handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 51-jährigen Taxifahrer und die 22-jährige Unfallverursacherin. Die Frau war mit ihrem Pkw aus noch unbekannter Ursache auf die Gegenfahrbahn geraten und dort mit dem Taxi zusammengestoßen. Während der Taxifahrer an der Unfallstelle starb, wurde die 22-Jährige in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Sie konnte zunächst wiederbelebt werden, starb aber wenig später in einem Klinikum.
Auch im Raum Passau war besondere Vorsicht geboten. Ein auf rund 250 Meter begrenztes Schneefeld mit überfrierender Nässe löste am Samstag auf der Autobahn 3 zwischen Aicha vorm Wald und Passau-Nord einen Serienunfall mit fünf Verletzten und einem Gesamtschaden von rund 85 000 Euro aus.
Auch im Saarland warnte die Polizei vor eisglatten Straßen. Landesweit kam es in wenigen Stunden zu 16 glättebedingten Unfällen, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion in Saarbrücken. Dabei sei ein Mann leicht verletzt worden. Im Schwarzwälder Hochwald und im nördlichen Saarland in Richtung Eifel, aber auch im Flachland fiel Schnee.
In den höheren Lagen im Vogelsberg, im Taunus und im Odenwald in Hessen hat es am Wochenende auch geschneit. Auf der Wasserkuppe und auf dem Großen Feldberg lagen am Sonntag etwa zehn Zentimeter Schnee. Auf vielen Straßen überfror die Nässe. Die Polizei mahnte die Autofahrer zu vorsichtigem Fahren. In Mitteldeutschland brachte der Wintereinbruch nur in den Höhenlagen Schnee. In höher gelegenen Gebieten des Harz lagen am Sonntag bis zu 48 Zentimeter Schnee, im Thüringer Wald waren es bis zu neun Zentimeter, wie Paetzold sagte. Das Flachland sei hingegen nur «überzuckert» worden.
Bei einem Glätteunfall in der Nähe von Klein Uphal in Mecklenburg-Vorpommern sind am Samstagabend zwei Menschen verletzt worden. Ein 55 Jahre alter Autofahrer kam in einer Kurve von der überfrorenen Fahrbahn ab. Sein Wagen landete in einer Böschung. Dabei wurde der Fahrer leicht, seine 55 Jahre alte Beifahrerin schwer verletzt. Sie musste durch die Feuerwehr aus dem Auto befreit werden.
Laut Wetterdienst bleibt es winterlich. «Die Temperaturen gehen in den Keller», sagte Paetzold. «Es wird nun Tag für Tag ein bisschen kälter.» Der Grund: Am Rand des Hochdruckgebietes «Dorothea», das sich von Großbritannien bis nach Grönland erstreckt, strömt kalte Luft polaren Ursprungs nach Deutschland.
Ob es weiße Weihnachten geben wird, sei «noch nicht ganz sicher». Die Chancen auf Kälte und Schnee zum Weihnachtsfest lägen 2009 aber «deutlich höher als in manch anderem Jahr', erklärte Meteorologe Marcus Beyer von der Wettervorhersagezentrale des DWD.
(Quellen: Paetzold auf ddp-Anfrage; Beyer in Mitteilung; Polizei in Mitteilungen)
ddp/dmu/wsd

























