Abfallentsorger in Halle trotzen der Kälte: Seit mehr als 20 Jahren dreht Edgar Winterscheid auf dem großen orangefarbenen Müllauto in Halle seine Runden. Schnee, Frost und Minustemperaturen könnten ihm nicht so viel anhaben, sagt er. Doch einen so eisigen Winter habe er auch noch nicht erlebt. 'Besonders hart, wenn man stundenlang hinten am Auto auf dem Abtritt steht.'
Vergrößern Abfallentsorger in Halle trotzen der Kälte | Bild: © dapd

Halle (dapd-lsa).

Nach Angaben der Stadtwerke sind täglich 25 Fahrzeuge in Halle im Einsatz und holen bis zu 1.000 Tonnen Abfall ab. Das müsse auch bei Wind und Wetter sein, sagt Winterscheid. In diesen Tagen allerdings sei es besonders schwierig, in den vereisten Nebenstraßen an die Tonnen überhaupt heran zu kommen. Besondere Problembezirke in Bezug auf nicht gut befahrbare Wege sind seinen Angaben nach die Innenstadt und das Gebiet rund um die Kröllwitzbrücke.

Um auf steilen Straßen und am vereisten Berghang besser vorwärts zu kommen, ist der Fuhrpark der Stadtwerke erweitert worden. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab, wurde ein neues, großes 'M 23'-Fahrzeug mit Schleuderketten angeschafft. 'Das funktioniert wirklich gut', lobt Winterscheid.

Schwierig sei aber die Entleerung der Bio-Mülltonnen. 'Alles, was feucht ist, friert bei den Temperaturen fest', sagt der 51-Jährige. Deshalb wäre es gut, wenn die Anwohner selbst mit Spaten oder Stock den gefrorenen Abfall in der Tonne auflockern würden, sagt Iris Rudolph, Sprecherin der Stadtwerke.

'Die Männer tun, was sie können', betont die Sprecherin. Bislang sei es noch zu keinen Transportausfällen gekommen. Allerdings könne es aufgrund von vereisten Straßen zu Verspätungen kommen. 60 Mitarbeiter sind laut Rudolph täglich auf den Müllautos unterwegs. Bei der Arbeit sind die Hände ständig im Einsatz: Tonne holen, zum Auto rollen, anheben, abkippen.

'Die Temperaturen sind ein Risiko für die Hände', sagt Winterscheid. 'Aber da muss man durch', lacht er und zieht sich seine dicken Handschuhe über. Neben der Bewegung bei der Arbeit, sagt er, halte vor allem eine 'Zwiebelschicht' aus Kleidung den Körper warm. Winterscheid trage eine lange Unterhose, zwei Paar Socken, zwei Pullis und eine Trainingsjacke unter seinem orangen Arbeitsoverall.

Derbe Winterarbeitsstiefel und Wollmütze sorgten ebenfalls für den Widerstand gegen Frost. Eine gefütterte Winterjacke über den Arbeitsanzug hingegen trage er nur auf, 'wenn es dann wirklich wieder runter auf minus 20 Grad geht.' Neben den harten Begleiterscheinungen der sibirischen Kaltwetterfront erkennt Winterscheid aber auch die gute Seite des Wetters an: Zumindest stinke der Abfall nicht so sehr wie bei wärmeren Temperaturen, sagt er.

dapd