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Streit um Steuern

29.11.08 | 16:49 Uhr

CDU im Streit um rasche Entlastungen weiter uneins

Berlin (ddp). Vor dem am Montag beginnenden CDU-Parteitag zeigt sich die Union im Streit über rasche Steuersenkungen weiter uneins. Während etwa der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) für baldige Steuersenkungen plädierte, wandten sich andere CDU-Spitzenpolitiker am Samstag gegen einen solchen Schritt. Derweil stellte die Parteivorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steuererleichterungen für die Zeit nach der Bundestagswahl 2009 in Aussicht.

Ihre Partei wolle «für die kommende Legislaturperiode eine Steuerreform verwirklichen, die wieder mehr Leistungsgerechtigkeit für die Steuerzahler herstellt», sagte Merkel. «Durch die kalte Progression gelten für immer mehr Menschen mit einem mittleren Einkommen sehr hohe Steuersätze. Gegen diese ungerechte Entwicklung, die die Leistungsträger unserer Gesellschaft trifft, müssen wir etwas tun», argumentierte die Kanzlerin.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, seine Partei habe bereits für Entlastungen bei den Bürgern gesorgt. So sei der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung seit 2006 gesenkt worden, was eine Entlastung von Beschäftigten und Betrieben um rund 30 Milliarden Euro pro Jahr bedeute. Pofalla fügte hinzu, es gehe «um eine solide Haushaltspolitik und Entlastungen für die Menschen». Die Diskussion mache deutlich, dass es nicht darum gehen könne, die Ziele gegeneinander auszuspielen.

Müller, der sich auch für eine Wiedereinführung der vollen Pendlerpauschale aussprach, sagte demgegenüber, derzeit sei Wachstumsförderung wichtiger als Haushaltskonsolidierung. Der Chef der Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU, Josef Schlarmann, will auf dem Parteitag für ein sofortiges Konjunkturpaket in Höhe von drei Prozent des Bruttoinlandprodukts werben. Dazu gehörten auch steuerliche Entlastungen bei Bürgern und Unternehmen, sagte er.

Dagegen lehnte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) weitere Entlastungen für die Bürger ab. «Die Sanierung des Bundeshaushaltes und weitere Investitionen in Infrastruktur und Bildung dürfen nicht aus den Augen verloren werden«, mahnte sie. Der niedersächsische CDU-Vorsitzende David McAllister betonte, für Steuersenkungen vor der Bundestagswahl gebe es keinen finanziellen Spielraum. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Norbert Röttgen (CDU), sagte: «Befristete Steuersenkungen, durch Verschuldung finanziert, als reine Konjunkturmaßnahme angelegt, halte ich für falsch».

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) warnte ebenfalls vor Steuersenkungen. «Wir dürfen nicht zulassen, dass jetzt alle Dämme brechen. Diese Steuersenkungen wären die Schulden von morgen», sagte er. Thüringens Regierungschef Dieter Althaus (CDU) kritisierte, der Konsolidierungskurs werde viel zu sehr infrage gestellt. Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder (CDU), mahnte, wenn die Bundesregierung das Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes aufgebe, beschädige man «auf Dauer die Handlungsfähigkeit des Staates» und belaste kommende Generationen.

(ddp)


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