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(Feature) «buh-RAAK oh-BAA-muh» - Über die richtige Aussprache von Barack Obamas Vornamen herrscht Verwirrung - Sein Name wird zum Politikum --Von Kathrin Hedtke und Friedhelm Greis--

23.07.2008 | 10:32 Uhr

Berlin (ddp-bln) Um seine deutschen Zuhörer gleich zu Beginn zu überraschen, muss sich US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama am Donnerstag in Berlin nicht besonders anstrengen.

Berlin (ddp-bln). Um seine deutschen Zuhörer gleich zu Beginn zu überraschen, muss sich US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama am Donnerstag in Berlin nicht besonders anstrengen. Er braucht sich in seiner Rede nur laut und deutlich mit seinem Namen vorzustellen. «Wie heißt er? B-RAAK?», werden sich viele Besucher dann fragen. Und das völlig zu Recht. Denn selbst in den USA herrschte zunächst Verwirrung über die richtige Aussprache von Obamas Vornamen - und bei vielen deutschen Nachrichtensprechern hat sie sich bis heute nicht rumgesprochen.

Woher die falsche Betonung rührt, ist für Klaus-Peter Siegloch, Leiter des ZDF-Studios in Washington, leicht zu erklären. Viele wollten den Namen «englisch» aussprechen. Wobei das englische Wort für Kaserne, barrack, dieser falschen Betonung recht nahe kommt. Doch der demokratische Präsidentschaftskandidat hat einen sehr «unamerikanischen» Namen. «Barack» hat er von seinem Vater übernommen, einem muslimisch aufgewachsenen Kenianer. Der Name bedeutet im Arabischen «der Gesegnete», so dass Obama im Grunde der Namensvetter eines Mannes ist, der eine eher «geistige Supermacht» führt. Benedictus hat im Lateinischen dieselbe Bedeutung.

Doch nicht wegen der Aussprache sind Obamas Namen inzwischen zum Politikum geworden. «Der Name ist fremd», sagt Siegloch. Das sei ein Teil des Problems des Kandidaten. Es gebe Menschen in den USA, die ihn nicht für einen «richtigen Amerikaner» hielten. Bei einer Minderheit gebe es ohnehin eine Skepsis gegenüber der Idee eines schwarzen US-Präsidenten. Der Name löse zusätzlich «ein Stück Fremdheit» aus, glaubt der ZDF-Journalist. Es gebe immer auch wieder Gerüchte, Obama sei Moslem - was jedoch nicht stimme. Seine Gegner spielten zudem mit dessen Nachnamen und setzten ihn in Zusammenhang mit dem Al-Qaida-Terroristen Osama bin Laden.

Nach Einschätzung des Professors Irwin Collier vom John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität (FU) Berlin wollen seine politischen Rivalen damit Vorurteile schüren. «So wird das Spiel gespielt», sagt er. Die Gegner würden daher auch stets bewusst seinen Zweitnamen «Hussein» benutzen. Denn dieser Name klinge «islamistisch» und wecke bei vielen Amerikanern negative Assoziationen. Obama habe es doppelt schwer, betont Collier. Er sei schwarz und habe noch dazu einen arabisch klingenden Namen. Da habe es sogar John F. Kennedy seinerzeit leichter gehabt. Ihm seien als Katholik ebenfalls große Vorurteile entgegen gebracht worden. Einige hätten ihn als «Agenten des Papstes» bezeichnet.

Auch für den Chef der Berliner «Democrats Abroad», Michael Steltzer, sind die negativen Anspielungen auf den Namen Teil einer Kampagne gegen Barack Obama: «Seine Gegner werden alles versuchen, um ihn schlechtzumachen.» Vor der falschen Aussprache war allerdings auch er nicht gefeit. Steltzer räumt ein, den Vornamen des Präsidentschaftskandidaten zunächst ebenfalls aus Versehen auf der ersten Silbe betont zu haben. Schließlich wohne er seit Jahrzehnten in Deutschland: «Das war zuerst in meinem Kopf.»

Damit sich die richtige Betonung auch in Deutschland durchsetzt, hat ZDF-Korrespondent Siegloch bereits in seiner Heimatredaktion interveniert. «Es gibt nur eine richtige Aussprache, und die sollte man auch benutzen», findet der Journalist. Deshalb habe er auch bereits einen Kollegen in der ZDF-Zentrale in Mainz auf den Fehler hingewiesen. Um sich zu Beginn des US-Wahlkampfes Klarheit über die Betonung zu verschaffen, habe er eigens dessen Ehefrau Michelle Obama zugehört. Sie müsse schließlich wissen, wie der Vorname ihres Manns richtig ausgesprochen werde.

Noch näher an die Quelle der Wahrheit hat sich der britische TV-Sender BBC gemacht. Da es «einige Unstimmigkeiten» über die Aussprache gegeben habe, verwies der Sender, eine Bastion der journalistischen Korrektheit, auf ein Video mit Obama selbst. Und dekretierte dann im Internet: Korrekt heiße der Kandidat «buh-RAAK oh-BAA-muh».

ddp/kah/stu


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