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Rheinische Post: Kommentar: Bahn muss für Klarheit sorgen
16.07.08 | 22:19 UhrDüsseldorf (ots) - Eine Woche nach dem ICE-Unfall von Köln läuft der Bahnbetrieb fast schon wieder normal. Fast alle 67 ICE-3-Züge sind mittlerweile überprüft, nirgendwo sind Risse in den Achsen gefunden worden. Also alles in Butter? Keineswegs. Gerade weil ...
Düsseldorf (ots) - Eine Woche nach dem ICE-Unfall von Köln läuft
der Bahnbetrieb fast schon wieder normal. Fast alle 67 ICE-3-Züge
sind mittlerweile überprüft, nirgendwo sind Risse in den Achsen
gefunden worden. Also alles in Butter? Keineswegs.
Gerade weil es in so kurzer Frist gelungen ist, durch Tests
Sicherheitsrisiken mit größter Wahrscheinlichkeit auszuschließen, ist
es absolut unverständlich, warum sich die Bahn in dieser Frage
zunächst quergestellt hat. Die Aufsichtsbehörde musste erst ein
Machtwort sprechen, bevor fast alle fraglichen Züge vorübergehend
stillgelegt wurden.
Die Bahn-Manager sollten jetzt umgehend den Verdacht ausräumen, dass
sie den öffentlichen Unannehmlichkeiten und den Einnahme-Ausfällen
bei einer solchen Aktion aus dem Wege gehen wollten und dabei lax mit
der Sicherheit umgegangen sind.
Die Sicherheit ist trotz Eschede ein Markenzeichen der Bahn. Bei
der Bundesbahn wachten freilich Beamte über die Sicherheit, denen
alles Sprunghafte oder Gedanken an den Börsenwert fremd waren. Wenn
die privatisierte Bahn die Wartungs-Intervalle für ICE-Achsen
plötzlich von 300 000 Kilometern auf 60 000 Kilometer reduziert,
lässt das zwei Schlüsse zu: Entweder waren die Fristen bisher viel zu
lang. Oder das Ganze ist eine Beruhigungspille. Ersteres wäre
schlimm, zweitere ungenießbar.
Originaltext: Rheinische Post
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Rheinische Post
Redaktion
Telefon: (0211) 505-2303
der Bahnbetrieb fast schon wieder normal. Fast alle 67 ICE-3-Züge
sind mittlerweile überprüft, nirgendwo sind Risse in den Achsen
gefunden worden. Also alles in Butter? Keineswegs.
Gerade weil es in so kurzer Frist gelungen ist, durch Tests
Sicherheitsrisiken mit größter Wahrscheinlichkeit auszuschließen, ist
es absolut unverständlich, warum sich die Bahn in dieser Frage
zunächst quergestellt hat. Die Aufsichtsbehörde musste erst ein
Machtwort sprechen, bevor fast alle fraglichen Züge vorübergehend
stillgelegt wurden.
Die Bahn-Manager sollten jetzt umgehend den Verdacht ausräumen, dass
sie den öffentlichen Unannehmlichkeiten und den Einnahme-Ausfällen
bei einer solchen Aktion aus dem Wege gehen wollten und dabei lax mit
der Sicherheit umgegangen sind.
Die Sicherheit ist trotz Eschede ein Markenzeichen der Bahn. Bei
der Bundesbahn wachten freilich Beamte über die Sicherheit, denen
alles Sprunghafte oder Gedanken an den Börsenwert fremd waren. Wenn
die privatisierte Bahn die Wartungs-Intervalle für ICE-Achsen
plötzlich von 300 000 Kilometern auf 60 000 Kilometer reduziert,
lässt das zwei Schlüsse zu: Entweder waren die Fristen bisher viel zu
lang. Oder das Ganze ist eine Beruhigungspille. Ersteres wäre
schlimm, zweitere ungenießbar.
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