(Wochenendzusammenfassung - Neu: Details) Schwedischer Rechtsextremist kauft offenbar Villa in Zehlendorf - Sicherheitsbehörden wollen Aktivitäten zunächst abzuwarten --Von Claudia Pietsch--
13.07.2008 | 16:05 UhrBerlin (ddp-bln). Ein schwedischer Rechtsextremist mit Kontakten zur NPD hat einem Medienbericht zufolge im Berliner Bezirk Zehlendorf eine Villa für 3,3 Millionen Euro gekauft. Verfassungsschützer befürchteten, dass von dort aus Aktivitäten von Neonazis in ganz Europa gesteuert würden, berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Ein Berliner Polizeisprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Dem «Tagesspiegel am Sonntag» bestätigten Sicherheitsbehörden, dass es den Kauf gegeben habe. Es bleibe abzuwarten, ob die Immobilie ein Sitz der rechten Szene und ob Brinkmann dort Aktivitäten entfalten werde.
Dem Magazin zufolge erwarb der schwedische Unternehmer Patrik Brinkmann die Berliner Immobilie als Bevollmächtigter seiner Ehefrau im April 2007. Er spreche von einem «rein privaten Kauf», zitiert ihn das Blatt. Vom Verfassungsschutz werde der Mann als eine Führungsfigur im internationalen Rechtsextremismus bezeichnet, schreibt das Magazin weiter.
Brinkmann habe 2004 in Schweden die Stiftung Kontinent Europa, ein Sammelbecken von rechtsradikalen Intellektuellen aus ganz Europa, gegründet. In Führungsgremien der Stiftung sitzen laut «Spiegel» auch zwei Funktionäre der NPD, darunter das Bundesvorstandsmitglied Andreas Molau. Molau hatte bereits im brandenburgischen Rauen versucht, ein Schulungszentrum einzurichten.
Brinkmanns Stiftung strebe nach eigenen Angaben den Aufbau einer «großeuropäischen Zivilisation» an, die Russland mit einschließe, hieß es. Die Stiftung firmiere bisher nur unter einer Postfachadresse im schwedischen Jönköping.
Dem «Tagesspiegel am Sonntag» zufolge handelt es sich bei der Immobilie um ein Mehrfamilienhaus auf einem «attraktiven Wassergrundstück». Dort wohnten vier Familien, und eine weitere Wohnung stünde offensichtlich leer. Auf einem separaten Klingel-Schild finde sich der Name Brinkmann sowie die Klingel zu einem Büro. Das Haus sei mit Videokameras gesichert.
Sicherheitsexperten sagten der Zeitung, dass es in der Gegend bislang keine Aktivitäten von Neonazis gegeben habe. Wie es in dem Blatt weiter heißt, will sich am Montag das Bundesamt für Verfassungsschutz zu Brinkmanns Deutschland-Aktivitäten äußern. Bei internationalen Kontakten sei das Bundesamt und nicht der Berliner Verfassungsschutz zuständig.
ddp/clp/fgr
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