Rheinische Post: Kommentar: Siemens spart: Nötig, aber stillos
08.07.08 | 22:09 Uhr
Düsseldorf (ots) - Am radikalen Stellenabbau bei Siemens ist
vieles ärgerlich. So muss der Konzern auch deshalb auf die
Kostenbremse treten, weil er in eine beispiellose Schmiergeld-Affäre
verstrickt ist. Und die 1,2 Milliarden Euro, die der Konzern nun
durch den Rauswurf tausender Mitarbeiter sparen will, reichen nicht
mal aus, um die 1,8 Milliarden auszugleichen, die er an Strafen, für
Anwälte und Aufklärer zahlen muss. Auch hat Siemens-Chef Löscher viel
Glaubwürdigkeit gegenüber der Belegschaft verspielt. Erst ließ er sie
im Glauben, er wolle vor allem im Management sparen. Nun aber ist der
"kleine Mann" in den Verwaltungen dran. Dieser Wortbruch wird die
Sozialplan-Verhandlungen mit der IG Metall teuer machen
Auf lange Sicht aber blieb Löscher keine Wahl. Wer Lokomotiven,
medizinische Geräte und Kraftwerke baut, steht in weltweitem
Wettbewerb. Sobald es nicht mehr nur um Entwicklung von
Spitzentechnik, sondern um Massenproduktion geht, muss sich jeder
deutsche Hersteller mit der Konkurrenz in Asien messen. Den Kampf um
das Überleben am Handy-Weltmarkt hat Siemens verloren, wie die
späteren BenQ-Beschäftigten bitter erfuhren. Damit es den Krefelder
Bahn-Bauern oder Erlanger Medizintechnikern nicht so geht, heißt es
sparen. Jeder Euro, der im Wasserkopf der unübersichtlichen
Siemens-Verwaltung versickert, kann ein Euro zuviel sein.
Originaltext: Rheinische Post
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Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2303
vieles ärgerlich. So muss der Konzern auch deshalb auf die
Kostenbremse treten, weil er in eine beispiellose Schmiergeld-Affäre
verstrickt ist. Und die 1,2 Milliarden Euro, die der Konzern nun
durch den Rauswurf tausender Mitarbeiter sparen will, reichen nicht
mal aus, um die 1,8 Milliarden auszugleichen, die er an Strafen, für
Anwälte und Aufklärer zahlen muss. Auch hat Siemens-Chef Löscher viel
Glaubwürdigkeit gegenüber der Belegschaft verspielt. Erst ließ er sie
im Glauben, er wolle vor allem im Management sparen. Nun aber ist der
"kleine Mann" in den Verwaltungen dran. Dieser Wortbruch wird die
Sozialplan-Verhandlungen mit der IG Metall teuer machen
Auf lange Sicht aber blieb Löscher keine Wahl. Wer Lokomotiven,
medizinische Geräte und Kraftwerke baut, steht in weltweitem
Wettbewerb. Sobald es nicht mehr nur um Entwicklung von
Spitzentechnik, sondern um Massenproduktion geht, muss sich jeder
deutsche Hersteller mit der Konkurrenz in Asien messen. Den Kampf um
das Überleben am Handy-Weltmarkt hat Siemens verloren, wie die
späteren BenQ-Beschäftigten bitter erfuhren. Damit es den Krefelder
Bahn-Bauern oder Erlanger Medizintechnikern nicht so geht, heißt es
sparen. Jeder Euro, der im Wasserkopf der unübersichtlichen
Siemens-Verwaltung versickert, kann ein Euro zuviel sein.
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