55 «Stuttgart 21»-Gegner erhalten Anzeige wegen Hausfriedensbruch: Nach der Besetzung des Nordflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofes am Montag durch Gegner des umstrittenen Bahnprojektes «Stuttgart 21» kommt auf 55 von ihnen eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs zu. Die Personen seien nach der Räumung des Gebäudes in Gewahrsam genommen und aufs Polizeipräsidium gebracht worden, inzwischen aber wieder auf freiem Fuß, sagte ein Polizeisprecher in Stuttgart.
Vergrößern 55 «Stuttgart 21»-Gegner erhalten Anzeige wegen Hausfriedensbruch | Bild: © ddp

Nach der Besetzung des Nordflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofes am Montag durch Gegner des umstrittenen Bahnprojektes «Stuttgart 21» kommt auf 55 von ihnen eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs zu. Die Personen seien nach der Räumung des Gebäudes in Gewahrsam genommen und aufs Polizeipräsidium gebracht worden, inzwischen aber wieder auf freiem Fuß, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Stuttgart. Lediglich ein 47-Jähriger sollte am Nachmittag einem Haftrichter vorgeführt werden, weil er «massiv Widerstand» geleistet habe. Unter den 55 Personen seien auch sechs Jugendliche gewesen.

Bei der Räumung hätten auch weitere Personen Widerstand geleistet, auf die nun eine Anzeige zukomme, sagte der Sprecher. Mindestens zwei seien getreten und eine Polizistin bespuckt worden. Die Täter würden wegen Körperverletzung beziehungsweise Beleidigung angezeigt.

«In Zukunft können wir nicht mehr nur mit passivem Widerstand rechnen», sagte der Sprecher angesichts des Ausmaßes der Proteste. Eine «gewisse Radikalisierung» sei nicht ausgeschlossen. Die Polizei werde «je nach Lage deutlich präsenter sein», kündigte der Sprecher an.

Etwa 50 Demonstranten waren am frühen Montagabend in den Nordflügel eingedrungen und hatten die Fenster geöffnet, durch die weitere Demonstranten über Leitern in den Gebäudetrakt stiegen. Insgesamt hatten sich mehrere Hundert Demonstranten vor dem Gebäude versammelt.

Der Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs soll ab August schrittweise abgetragen werden. Auch der Südflügel soll weichen. Bei «Stuttgart 21» soll der Stuttgarter Hauptbahnhof vom Kopf- zum Durchgangsbahnhof umgestaltet und unter die Erde verlegt werden.

ddp