Veitshöchheim (dapd-bay).
Zwar werde wohl das eine oder andere Mal Bezug genommen auf die Geschichte des Quotenbringers, aber die Aktualität habe Vorrang. 'Wir machen ja die Sendung für den Fernsehzuschauer und da müssen wir darauf achten, uns nicht selbst zu bejubeln', sagt er.
Von der ersten Sitzung an, die am 20. Februar 1987 in Lichtenfels abgehalten wurde, hat Dorit Schatz die Sendung mitgeprägt. Die BR-Redakteurin ist inzwischen im Ruhestand, hätte die Jubiläumssendung auch gerne noch mitgestaltet, wie sie einräumt. Sie hat Geschichten rund um die Sitzung in einem Buch mit dem Titel '25 Jahre Fastnacht in Franken' festgehalten.
Als Erfolgsgeheimnis der Sendung, die im Rekordjahr 2010 bundesweit 3,98 Millionen Menschen verfolgten, sieht sie die verschiedenen Facetten des fränkischen Humors. 'Wenn man die mischt, kommt eben so etwas Wunderbares heraus', sagt sie. Wichtig sei gewesen, darauf zu achten, dass heiße Themen unter den Akteuren aufgeteilt und in unterschiedlicher Weise behandelt wurden: 'Das gibt einen roten Faden und jeder spielt den Ball weiter.'
Zur Erfolgsmischung gehört nach Einschätzung des Fastnachtsverbandspräsidenten guter Gesang und Musik, geschliffenes Wort, hervorragende Tänze und auch Klamauk. Dabei bekommen die bayerischen Spitzenpolitiker, die mittlerweile fast alle anwesend sind, ihr Fett weg. 'In Veitshöchheim ist das Publikum Teil der Sendung', sagt Schlereth. Diese Devise griff Bruno Gold mit den Gebrüdern Narr auf und machte sich etwa über Jahre lustig über das 'blaue Kleed' der heutigen Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU). Die Politiker nehmen den Spott nach seinen Worten gelassen: 'Wer kein Fett wegkriegt, ist beleidigt und wenn man nicht erwähnt wird, steht man offenbar zu wenig in der Öffentlichkeit.' Gold ist neben Joe Döll-Kade der einzige, der alle Sendungen seit 1987 mitgemacht hat.
Mit den 'Parodis' wird er neben Michl Müller, Volker Heißmann und Martin Rassau, Peter Kuhn, Oti Schmelzer, Pierre Ruby, Oliver Tissot und der Altneihauser Feierwehrkapell’n aus der Oberpfalz auch diesmal für Stimmung sorgen. Sie alle wurden durch 'Fastnacht in Franken' erst deutschlandweit bekannt. Einen Einblick in das Programm will der 59-Jährige noch nicht geben, verrät nur so viel: 'Am Thema Wulff kommen wir nicht vorbei, das ist ganz klar.'
Während sich die Karten in den Anfangsjahren in Lichtenfels und auch Veitshöchheim nur schwer verkaufen ließen - teilweise wurden Altenheimbewohner in den Saal gesetzt - ist der Ansturm auf die Jubiläumssitzung enorm. Für die jeweils 600 Plätze bei der Generalprobe am Donnerstag und die Livesitzung am Freitag gingen laut Bernhard Schlereth rund 10.000 Kartenwünsche ein. Der am weitesten angereiste Besucher wird diesmal ein in den 1960er Jahren nach Brasilien ausgewanderter Deutscher sein. 'Der fliegt extra für die Sendung hierher', berichtet der Verbandschef. Gut die Hälfte der Karten werde verlost, obwohl die Nachfrage auch bei Amtsträgern und Kommunalpolitikern riesig sei. 'Aber wir wollen auf jeden Fall auch noch die normalen Leute', versichert Schlereth.
In Karnevalistenkreisen genieße die Sendung übrigens hohes Ansehen. 'Ein Verbandskollege hat uns mal gelobt als das Beste nach Kölle', sagt Schlereth. Dabei gebe es durchaus das eine oder andere Verständnisproblem wegen des fränkischen Dialekts: 'Der Berliner Prinz hat mir mal vor zwei Jahren erzählt, dass er alle zwei Wiederholungen der Sendung ansieht, weil er erst beim dritten Mal dann alles verstanden hat.'
dapd


Forum
Facebook
Twitter





















