Gelsenkirchen/Wolfsburg (dpa) - Das Verwirrspiel um die Zukunft von Trainer Felix Magath könnte schon bald zu Ende gehen.
Stephan Grühsem, der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrat beim VfL Wolfsburg, kündigte nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» im Zuge der Gerüchte um einen Wechsel zum FC Schalke ein deutliches «Statement» an. Der VfL, sei, gleich, was als nächstes geschehe, «nicht unvorbereitet». Magath enthielt sich vor und nach dem 4:0 im Bundesliga-Duell mit 1899 Hoffenheim weiterhin jeder substanziellen Stellungnahme zu seinem Verbleib in Niedersachsen.
«Alles ist offen», sagte der 55-Jährige vielsagend nach dem Hoffenheim-Spiel. Der Mannschaft habe er in einer Sitzung die Situation erklärt. Dass die hektische Diskussion den Spitzenreiter vom Weg zur Meisterschaft abbringen könnte, erwartet er nicht: «Ich glaube nicht, dass wir uns beeinflussen lassen, dafür wird hier zu professionell gearbeitet.» Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» vermittelte Magath sogar noch den Eindruck, dass eine Fortsetzung seiner Tätigkeit in Wolfsburg nicht ausgeschlossen ist. Er plane bei Wolfsburg weiter die neue Saison, «auch die Sommer-Vorbereitung», betonte er.
Entgegen einer ersten Annahme wäre Magath bereits zum Saisonende frei für einen möglichen Wechsel zum Bundesliga-Rivalen FC Schalke 04. Der Vertrag des Trainers, Managers und Geschäftsführers beim Tabellenführer läuft nach Informationen der «Wolfsburger Allgemeine Zeitung» bereits am 30. Juni dieses Jahres aus. Auch dies wollte der Fußball-Lehrer nicht bestätigen. «Ich führe in der Öffentlichkeit keine Vertragsgespräche und rede nicht über Vertragsinhalte. Von mir gibt es dazu keinen Kommentar», sagte Magath.
Der VfL-Coach soll laut der «WAZ» eine einseitige Option für eine Verlängerung des Kontraktes über das Saisonende hinaus zweimal nicht genutzt haben. Die erste Frist lief bis Ende 2008. Auf Bitten des früheren Nationalspielers wurde sie um mehrere Wochen verlängert. Bisher war man davon ausgegangen, dass Magath bei den Niedersachsen einen gültigen Vertrag bis 2010 besitzt.
Wolfsburgs Spieler zeigten sich von den ausufernden und wenig erhellenden Diskussionen unbeeindruckt. «Das war keine Belastung für uns. Wir haben uns einfach auf unsere Aufgabe konzentriert. Das ist Fußball spielen», versicherte Regisseur Zvjezdan Misimovic. Dagegen regte sich auf Schalke nach dem 1:2 gegen Bayer 04 Leverkusen Unmut über die Unruhe. «Ich denke, dass da viele Gedanken daran haben und nicht konzentriert genug waren», meinte 04-Stürmer Kevin Kuranyi.
Rätselraten herrscht auch beim Interims-Trainerteam der Schalker um Mike Büskens, das bei einem Wechsel von Magath wohl komplett gehen könnte, über die Nachfolgeregelung. «Ich denke, dass eine große Lösung kommt. Wer es am Ende sein wird, weiß ich nicht», sagte Büskens. Zu keiner Aussage mit Gehalt war die Führungsriege der «Königsblauen» bereit. «Wir werden die Entscheidung nach Saisonende bekanntgeben», erklärte Vorstandsmitglied Peter Peters und verweigerte kategorisch «Namen und Wasserstandsmeldungen».


























