Bis 1811 war das Baden in der Oder polizeilich untersagt. Ein Jahr später wurde der erste Badeplatz auf der Insel Ziegenwerder eröffnet. Das war die Geburtsstunde der Frankfurter Flussbäder. Von 1830 an pachtete dann eine Oderstrom-Bade-Gesellschaft die Insel. Es entstanden Bassins am Flussufer, die durch Brücken aus hölzernen Fässern oder Tonnen begrenzt waren.

In den folgenden Jahrzehnten gab es bis zu vier private Badeanstalten auf dem Ziegenwerder, die bis 1925 alle von der Stadt Frankfurt übernommen und umgebaut wurden. Die «städtischen Badeanstalten Ziegenwerder» verfügten über 400 Umkleidekabinen und streng getrennte Bäder für Damen und Herren sowie Familien und Kinder. In der letzten Badesaison 1944 wurden 190 000 Badegäste registriert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 der Badebetrieb auf dem Ziegenwerder wieder aufgenommen. Hier konnte man schwimmen lernen und Schwimmprüfungen ablegen. Doch zehn Jahre später war damit «aus hygienischen Gründen» endgültig Schluss. In den 60er Jahren schließlich bekamen die Frankfurter mit dem Helenesee ein neues Badeparadies. Das 250 Hektar große Gewässer war bis 1958 ein Kohletagebau und wurde danach geflutet.

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